Die unbegründete Angst, Urheberrechtsverletzungen und rechtswidrige Webseiten

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Ende letzter Woche habe ich angefangen, den Initiator der Aktion „Wir sind die Urheber“ sowie eine mehr oder minder zufällige Auswahl der Unterzeichner per E-Mail anzuschreiben.[1] Ich möchte herausfinden, was sich die Urheber und der Initiator des Briefes wünschen und die gesamte Diskussion auf eine sachliche Ebene führen, auch wenn dies allen Beteiligten (mir auch) oft schwer fällt.

Bevor ich die Antworten in den nächsten Tagen im Detail veröffentliche, hier schon mal die ersten Erfahrungen: Die meisten Urheber scheinen Ängste zu haben, die sie aber nicht genau begründen können; einige halten sich nicht an das deutsche Recht, und einer ist mutmaßlich selbst ein dutzendfacher Urheberrechtsverletzer.

Generell fällt auf: nur wenige der Unterzeichner haben geantwortet. Insgesamt habe ich bisher direkt 30 angeschrieben, habe zehn Antworten erhalten, nur vier sind auf meine Fragen einigermaßen eingegangen. Initiator Matthias Landwehr hat bis heute nicht geantwortet, was den Verdacht erhärtet, dass es ihm nur um Show geht, nicht um eine inhaltliche Arbeit. Das wäre schade!

Fast alle der frühen Unterzeichner der Erklärung sind Schriftsteller oder Autoren. Nicht alle haben eine eigene Webseite (aber fast alle einen vermutlich auch vom Verlag gepflegten Eintrag bei Wikipedia), die Webseiten werden meist vom Verlag betreut, direkte Kontaktaufnahme ist nicht möglich. Insgesamt habe ich zu rund 90 Autoren versucht die Kontaktdaten zu recherchieren, wenn nur der Verlag oder Agent oder die Postadresse auffindbar war aber (noch) keine Mail verschickt: Im ersten Schritt will ich ungefilterte Antworten, die möglichst wenig Verlagen geschrieben oder beeinflusst werden, denn es geht mir um die Ansicht der Künstler.

Viele (etwa die Hälfte!) der Webseiten, die nicht direkt vom Verlag betreut werden, sind nach deutschem Recht rechtswidrig: Das Impressum fehlt entweder ganz oder enthält nicht alle Pflichtangaben. Teilweise sind angegebene E-Mail-Adressen nicht mehr gültig.

Besonders dreist erscheint Thomas Brussig, darum erwähne ich ihn hier auch namentlich: bei ihm fehlt nicht nur das Impressum gänzlich, und die auf der Webseite versteckte E-Mail-Adresse ist ungültig. Er begeht mutmaßlich auch dutzendweise Urheberrechtsverletzungen: Er veröffentlicht auf seiner Seite nicht nur Volltexte von Rezensionen seiner Bücher, Filme und Theaterstücke aus diversen Zeitungen (taz, FAZ, Südddeutsche, …), sondern auch Interviews, in denen er auch nur erwähnt wurde – beispielhaft hier eines u.a. mit Angela Merkel. Die Verlage erteilen üblicherweise keine Lizenzen für entsprechende Veröffentlichungen, in diesem Fall ist das auch nicht anders zu erwarten. Auf eine entsprechende Anfrage von mir reagierte er dank fehlerhafter E-Mail-Adresse nicht …

Und so jemand beschwert sich über Urheberrechtsverletzungen? Ernsthaft?

 

Und inhaltlich? Unbegründete Angst!

Inhaltlich war die häufigste Antwort auf meine Fragen[2] „ich habe keine Ahnung, aber der Gesetzgeber muss Abhilfe schaffen“; keiner der Autoren sieht direkte finanzielle Probleme. Aber vielleicht in der Zukunft! Sie wollen vor „Raubkopien“ geschützt werden, insbesondere bei E-Books. Einige sprachen sich gegen Abmahnungen aus, andere beschweren sich darüber, dass das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod endet. 

Das zeigt mir, dass es wichtig ist, zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren, auch wenn es allen (mich eingeschlossen!) schwer fällt. Denn insgesamt scheint es sich vor allem um Missverständnisse, Unverständnis bzgl. des Internets und um eine einbegründete, diffuse Angst vor Neuem – angestachelt durch die Verlage – zu handeln.

 

Dies mal als erster Überblick, eine komplette Zusammenstellung werde ich nachreichen wenn noch weitere Antworten zusammen kamen.

——

[1] Die Recherche der Adressen habe ich nicht öffentlich gemacht, damit die Leute nicht getrollt werden. In der Zwischenzeit haben einige Spinner, die sich Anonymous nennen, Privatadressen der Autoren recherchiert und veröffentlicht. Auch wenn es sich um Daten handelt, die jeder einfach selbst recherchieren kann, die Reaktion blieb natürlich nicht aus. Liebe Spielkinder: solch ein Unfug schadet. Lasst das.

[2] Konkret hatte ich folgendes gefragt (leicht präzisiert gegenüber der Mail an Landwehr):

  • Welche Gefahren und finanziellen Probleme sehen Sie derzeit durch das Internet [insbesondere] für [Autoren|Kreative] aufkommen?
  • Welche konkreten Vorstellungen, Wünsche und Anregungen haben Sie, wie das Urheberrecht im Internet durchgesetzt werden soll?
  • Welche konkreten Maßnahmen stellen Sie sich zur Stärkung des Urheberrechts im digitalen Zeitalter vor?
  • Wie sieht Ihr Konzept eines modernen Internets aus, das es den Urhebern weiterhin ermöglicht, von ihrer Arbeit leben zu können?

 

(Ein paar kleinere Updates am Text, vor allem sprachlicher Natur, am 13.5. um 19:20)

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Der liebwerteste Zeit-Gichtling Adam Soboczynski ist ein heldenhafter Kämpfer für die Rechte von geknechteten, gebeutelten und verarmten Künstlern, die in den Fängen von freibeuterischen Piraten bald ein Dasein am Hungertuch fristen müssen. Die Wochenb... Mehr

50 Kommentare

super, spannende Fleißarbeit, danke dafür. warum Leute sowas unterschreiben, würde mich auch mal wirklich interessieren...

Dass die Unterzeichner selbst wenig Ahnung haben, war anzunehmen. Bei solchen Unterschriftenaktionen entscheidet ja auch in vielen anderen Fällen der Bauch (zumindest mit).

Komisch allerdings, dass man im Land der Dichter und Denker dann von solchen Leuten sowas wie Orientierung erhofft. (Das ist wohl auch die Idee der Kampagne, mal intellektuelle Multiplikatoren für die "bürgerlichen" Urheberrechtsvorstellungen zusammenzutrommeln.)

Danke für die Aktion!

"Er begeht auch dutzendweise Urheberrechtsverletzungen:"

Das kannst Du nicht wissen. Oder hast Du die Zeitungen gefragt, ob sie ihm die Erlaubnis gegeben haben, diese Texte auf seiner Webseite zu veröffentlichen?

"Denn insgesamt scheint es sich vor allem um Missverständnisse, Unverständnis bzgl. des Internets und um eine einbegründete, diffuse Angst vor Neuem – angestachelt durch die Verlage – zu handeln."

Wieso Missverständnisse? Die Forderung nach der Abschaffung des Urheberrechts wurde ja bspw. von mspro auf "Spiegel Online" erhoben und viele tausende Male (subjektiver Eindruck: am meisten von Piraten) zustimmend getwittert und gefacebookt. Diese radikalen Maximalforderungen sind auf dem Tisch, insofern sind Urheber völlig zu recht verunsichert und setzen sich für ihre Sache ein.

Ich bin jetzt etwas irritiert: Woran siehst Du, ob auf Brussigs Seiten Urheberrechtsverletzungen vorliegen? Möglicherweise hat er ja Nutzungsrechte an den Texten erworben. Es steht zwar nicht dran, aber weiß man's?

Ich bin gespannt auf die Zusammenfassung der Antworten.

Natürlich kann man argumentieren, dass Menschen, die sich ins Rampenlicht rücken, dann halt auch besonders anfällig sind. Trotzdem ist diese Kritik oberflächlich und etwas polemisch. Dass die "Urheber" sich nur unzureichend mit der Materie auseinandersetzen ist offensichtlich, alleine der Unterschrift wegen, siehe dazu auch ein Gedankenspiel in meinem Blog. Nur erreicht ein Beitrag wie der obige auch keinen sachlichen Dialog, sondern wiederrum, wie der offene Brief, nur ein Aufschaukeln auf beiden Seiten.

Davon abgesehen, verletzt Thomas Brussig wirklich das Urheberrecht? Kann ja sein, dass er zu all diesen Veröffentlichungen korrekte Genehmigungen vorweisen kann. Ich würde das zwar auch bezweifeln, aber die Unschuldsvermutung ist mindestens so wichtig wie die Meinungsfreiheit.

Bei Thomas Brussig habe ich aus einem anderen Grund den Kopf besonders stark geschüttelt, als ich seinen Namen unter der Erklärung gelesen habe: Seine ersten zwei Romane, denen er seinen Durchbruch und seinen Ruf als einer der wichtigsten zeitgenössischen deutschen Schriftsteller/innen verdankt, orientieren sich so stark an Vorbildern aus der amerikanischen Literatur, dass man sie (im allerbesten, positiven Sinne) der Remix-Kultur zurechnen kann: „Wasserfarben“ ist ein ostdeutscher Remix von Salingers „Fänger im Roggen“, und „Helden wie wir“ von Philip Roths „Portnoys Beschwerden“. Es wäre ein großer Verlust, wenn es Brussigs Romane nicht gäbe, und es ist traurig, dass er nicht erkennen kann, dass eine noch restriktivere Auslegung des Urheberrechts leicht die nächste Generation von innovativen Schriftsteller/innen (und anderen Künstler/innen) verhindern könnte, weil die gar nicht mehr riskieren könnten, die Stoffe ihrer Vorbilder aufzugreifen und sich künstlerisch zu eigen zu machen.

Du hast Recht, ich habe das mit den mutmaßlichen Urheberrechtsverletzungen nochmals deutlicher gemacht.

Was die Missverständnisse anbelangt: mspr0 mag die Abschaffung des Urheberrechts fordern. Dennoch ist dies keine ernsthaft im politischen Raum diskutierte Forderung.

Letztendlich geht es doch um anderes: es gibt Interessensgruppen, die eine Stärkung der Verwerterrechte und eine Copyrightisierung des Urheberrechts wünschen, und die benutzen die Urheber. Diese sind verunsichert und lassen sich gerne benutzten, weil sie selbst keinen Überblick haben.

"Die meisten Autoren haben unbegründete Ängste"

Die meisten der zehn von dreitausend Unterzeichnenr, die Dir geantwortet haben?

"viele halten sich nicht an das deutsche Recht"

Viele von den zehn der dreitausend, bei denen Du das einfach mal vermutest, obwohl Du nicht weißt, welche Vereinbarungen sie mit irgendwem haben?

"Generell fällt auf: nur wenige der Unterzeichner haben geantwortet. Insgesamt habe ich bisher direkt 30 angeschrieben, habe zehn Antworten erhalten, nur vier sind auf meine Fragen einigermaßen eingegangen."

Vielleicht haben diese Leute einfach keine Lust, von irgendeinem "Aktivisten", der gegen Urheberrecht poltert, zwangsinterviewt zu werden?

"die Webseiten werden meist vom Verlag betreut, direkte Kontaktaufnahme ist nicht möglich."

Und weiter? Muss heute jeder seine Kontaktdaten öffentlich ins Netz stellen, sonst ist der verdächtig, oder wie?

"Das Impressum fehlt entweder ganz oder enthält nicht alle Pflichtangaben. Teilweise sind angegebene E-Mail-Adressen nicht mehr gültig."

Wow... wie schrecklich. Wie schrecklich typisch Deutsch... "Der hat aber kein Impressum!! Rechtsverletzung!" - Was genau soll dieser Blogeintrag eigentlich?

Das ist spannend! Alvar macht genau das Richtige, er versucht, die voraussagbare Abfolge von öffentlichen Briefen "Wir sind die Urheber" -> "Wir sind auch die Urheber" -> "Wir sind jetzt aber die richtigen Urheber" -> "Wir wollen auch Urheber sein" -> "Wir repräsentieren nun wirklich alle" -> ... zu durchbrechen. Diese Herausgabe von Pressemitteilungen und sozusagen Gegenpressemitteilungen ist doch auch wirklich eine Kommunikationsform aus dem vorherigen Jahrhundert und wird der Vielfalt von Werksschöpfung und -verwertung und -konsum überhaupt nicht gerecht. Eigentlich verwunderlich, dass sich die sog. Netzgemeinde immer wieder auf solche aufzehrenden Spiele einlässt.

Üblicherweise vergeben die Verlage für solche Veröffentlichungen keine Lizenzen.

Erst einmal sollte man ganz pauschal feststellen, dass mit Sicherheit 99,9 Prozent derer, die im Moment über das Urheberrecht reden, nicht eine Zeile des http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/index.html des http://www.gesetze-im-internet.de/urhwahrng/index.html oder des http://www.gesetze-im-internet.de/verlg/index.html gelesen oder auch nur ansatzweise verstanden haben.

Es geht hier nämlich um ein ganzes Paket und nicht nur um "Die sind Besitzstandswahrer" und "Die wollen uns was wegnehmen". Es geht auch um Geld, um Ideale, um Kultur, Kunst und nicht zuletzt um die Frage, was soll kommen, wenn beispielsweise Rechte schneller verfallen, wenn Tantiemen ausbleiben.

Wie sollen sich Künstler und Autoren finanzieren? Müssen Werke wie Bücher o.ä. zum Ausgleich teurer werden?

Diejenigen, die das Urheberrecht reformieren wollen, haben soweit ich das überblicke, keine Vorschläge, die die o.g. Gesetze ersetzen und die Belange der Autoren befriedigen können.

Im Grunde ist das eine Fachdiskussion, die von Unwissenden und Halbwissenden auf beiden Seiten geführt wird. Urheberrecht, Urheberrecht. Schlagwort mehr nicht.

Heute kamen wieder Sachen ins Spiel, um Urheber zu diffamieren. Das Verwertungsrecht stamme aus dem Dritten Reich. So so. Und das Strafgesetzbuch in weiten Teilen aus dem Kaiserreich und das BGB auch. Was sagt uns das jetzt? Nur eines: Dass mit allen Mitteln versucht wird, einen Boden zu schaffen, auf dem keine fruchtbare Diskussion wachsen kann, sondern der Land gewinnt, der den andern in die Knie zwingt.

Ich habe u.a. bei "Wir sind die Urheber" aus Solidarität unterschrieben. Weil es nicht sein kann, dass seitdem die Piratenpartei ins öffentliche Interesse gerückt ist, nur die Urheberrechtskritiker in dem Medien hofiert werden. Fair ist, auch die andere Seite zu hören. Was jetzt begonnen hat. Leider redet jeder nur wieder in seiner Ecke.

Sollen die Piraten einen Gesetzentwurf vorlegen, so wie es üblich ist, dann kann man weitersehen. Denn wenn Urheberrechtsbefürworter wie Landwehr um "konkrete" Aussagen gebeten werden. Kann man das von den Urheberrechtskritikern auch verlangen. Und zwar besonders konkret. Und da reicht nicht ein "wir wollen".

Sachlich alles richtig, bis auf eine Kleinigkeit: Unter angebe der Quelle (bei brussig der Fall) ist es sehr wohl erlaubt aus Zeitungen & Zeitschriften zu Zitieren, auch den Artikel in ganzer Länge. Schwierig wird's nur bei Fotos. Kann ich als Onlineredakteur eines großen Medienhauses dir versichern. Vorher den Verlag fragen ist natürlich höflich.

@Tim: Ich würde mal behaupten, dass Du damit verdammt falsch liegst:
http://www.3sat.de/page/?source=%2Fkulturzeit%2Fthemen%2F160212%2Findex.html

Andererseits - ich kann es mir leider nicht verkneifen - wundert mich jetzt auch nicht, wie es zu diesem „Quelle: Internet“-Phänomen bei vielen Medienhäusern kommen konnte…

Alvar, was veranlasst dich zu der Vermutung die Wikipedia-Einträge der Autorinnen und Autoren seien "vermutlich vom Verlag gepflegt"? In der Versionsgeschichte von Brussigs Eintrag etwa kann ich dafür keinen Hinweis finden.
In der Behauptung steckt die Unterstellung, die Autoren seien a) nicht interessant oder wichtig genug, dass sich ein gewöhnlicher Mensch oder Wikipedianer mit ihnen befassen würde und betrieben b) via Wikipedia unlautere PR.
Gerade für die prominenten Erstunterzeichner mit ihren jeweils Zigtausenden von Lesern ist das doch ziemlich abwegig.
Ich finde dein Vorgehen hier eigentlich richtig und interessant, aber solche Rempler haben einen unangenehm denunziatorischen Beigeschmack.

Ich danke Dir für Deine Mühe mit den Urhebern zusammen zu finden und werde meinen Standpunkt, als Fotograf, Grafiker und Autor kurz darstellen:
Auch ich/wir haben "Wir sind die Urheber" unterschrieben und sind jetzt bei Pastebin.com unter 'Killikus' zu finden.

Für uns als Autoren ist die Drohung - bei Bedarf - Angriffe auf unsere wirtschaftliche Lebensgrundlage auszuüben sehr schlimm. Im Grunde genommen hat man uns damit 'Mundtod' gemacht. Diese Drohungen sind mir von der Stasi wohl bekannt - nur haben die mir nie mit der Zerstörung meiner Arbeit gedroht, sondern erteilten maximal ein Ausstellungsverbot. Als alternative Stand die Ausreise in den Westen. Im Netz kann man nicht mehr 'Ausreisen'!

Als Künstler habe ich über 10 Jahre Aufträge an jene vergeben, die unseren Geschäftsführer jetzt bei Pastebin eingetragen haben. Denkt ihr, dass noch jemals ein Budget i. H. v. 25.000 Euro für eine Softwareentwicklung durchbekommen werde?

Das Budget zu Hackerabwehr wurde sofort genehmigt. Alles darüber hinaus wurde unverzüglich gestrichen.

Die Bedrohung unserer Existenz aus dem Netz bleibt für uns Autoren und Schreiber auch bestehen, wenn es eine Einigung zum Urheberrecht geben wird.

Wir wollen:
Sicherheit vor Hackern und persönliche Diskriminierung,
wir wollen nicht bedroht werden,
wir wollen uneingeschränkte Gedanken- und Redefreiheit.

Wir bieten innovative Ideen für das Netz,
wir bieten Bilder, Filme und Texte die jeder kostenlos lesen und ansehen darf.

Wir wollen nicht, dass irgendjemand unser kostenloses Angebot missbraucht, in dem er es unerlaubt kopiert oder verbreitet.

Mehr wollen wir nicht!
@killikus

Ps. Habe den Text mit dem iPhone geschrieben und bitte Tippfehler zu entschuldigen. Danke.

@Killikus:

„wir wollen uneingeschränkte Gedanken- und Redefreiheit.“

„Wir wollen nicht, dass irgendjemand unser kostenloses Angebot missbraucht, in dem er es unerlaubt kopiert oder verbreitet.“

Leider schliesst das eine (uneingeschränkte Gedanken- und Redefreiheit), das andere (absolute Kontrolle über die eigenen Werke) aus. Absolute Kontrolle über die Inhalte im Netz ist nur mit einer umfassenden Überwachungs-, Beschnüffelungs- und Zensurinfrastruktur machbar. Und wenn so eine installiert ist, dann war es das mit „uneingeschränkter Gedanken- und Redefreiheit“.

Und - auch selbst als Urheber - nehme lieber in Kauf, dass Urheber eben nicht die absolute Kontrolle über ihre Werke im digitalen Bereich haben (die sie übrigens noch nie hatten) und suche nach Wegen, Urheber für diese Arten der Nutzung finanziell zu entschädigen, als dass eine Überwachungsinfrastruktur geschaffen wird, von der die Stasi nur träumen konnte…


Und was diese Typen angeht, die sich Anonymous nennen: Soweit ich das sehen konnte waren das keine „gehackten“ Daten, sondern einfach nur Whois-Daten, also sowieso öffentliche Daten. Eine beschissene Aktion, keine Frage, aber man sollte diese bescheuerte Aktion nicht überbewerten.

Gutes Beispiel für eines der grössten Missverständnisse in der Diskussion. Ich kenne gerade die Position von mspro nicht, aber die Piraten wollen das Urheberrecht nicht abschaffen sondern reformieren und modernisieren. Bitte setze dich mal mit ihrem Parteiprogramm auseinander auch auf die Gefahr hin, dass dabei ein Erkenntnisgewinn entsteht.

@kilikus
"Als Künstler habe ich über 10 Jahre Aufträge an jene vergeben, die unseren Geschäftsführer jetzt bei Pastebin eingetragen haben. Denkt ihr, dass noch jemals ein Budget i. H. v. 25.000 Euro für eine Softwareentwicklung durchbekommen werde?"

Verstehe ich nicht. Kennst Du die Leute? Oder meinst Du, wer immer das war, ist so eine Art "bewaffneter Arm der Programmiererzunft"? Und die soll jetzt durch Auftragsentzug bestraft werden??

Es gibt letzlich zwei Moeglichkeiten:
a) einen Dialog suchen und versuchen, der anderen Seite auch mal zuzuhoeren
b) aufstampfen und von Maixmalforderungen keinen Millimeter abweichen

Wenn die Literaturagenten (und ihr Stimmvieh) nur Letzteres wollen, okay. Damit kann man leben und man kann solche Leute dann auch mit der angemessenen Eleganz verachten.

Wenn sie ernstgenommen werden wollen, sollten sie nicht nur Signale aussenden, sondern auch empfangen koennen.

@Alvar Freude: Super (Fleiß)Arbeit! Das gibt der Diskussion mit den Unterzeichnern des jüngsten offenen Briefes doch mal eine gute Grundlage...

@Tim:

"Unter angebe der Quelle (bei brussig der Fall) ist es sehr wohl erlaubt aus Zeitungen & Zeitschriften zu Zitieren, auch den Artikel in ganzer Länge."

Du irrst, meiner. Übernahme von Artikel in ganzer Länge nennt sich nicht "Zitat", sondern "Klauen".

Ich hoffe, Du bist nicht wirklich "Onlineredakteur eines großen Medienhauses" mit Deiner derart naiv zur Schau gestellten Ahnungslosigkeit...

Danke für diese Rechercharbeit!

Natürlich antwortet Herr Landwehr nicht. Ich habe den Inhalt der Mail, die ich als Urheber an ihn geschrieben habe, auf meiner Webseite veröffentlicht. Siehe Link.

Und was Herr Brussig da betreibt, wäre ein gefundenes Fressen für Abmahnanwälte,

Wenn man für das Fehlen des Impressums und den vielfachen Tatbestand der Verletzung der Urheberrechte Abmahnungen schicken würden, käme da bestimmt ein sechsstelliger Abmahngebührbestand zusammen.

"Diejenigen, die das Urheberrecht reformieren wollen, haben soweit ich das überblicke, keine Vorschläge, die die o.g. Gesetze ersetzen und die Belange der Autoren befriedigen können."
Wie weit reicht denn dein Überblick? Ich vermute fast, dass du den Ende letzten Jahres auf dem Bundesparteitag der Piraten beschlossenen Antrag noch nicht kennst - falls doch, korrigiere mich bitte! Ist in jedem Fall die Lektüre wert und trägt dazu bei, das Informationsdefizit auf allen Seiten ein Stück weit abzubauen ;)

http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/0/07/UrhG_Arguments_FassungBPT2011-2.pdf

Daß man ganze Artikel kopieren darf, wenn man die Quelle angibt, ist natürlich schlimm falsch!

Bitte unbedingt Udo Vetters Vortrag ab Minute 14 ansehen: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/udo-vetter-ruft-zum-rechtsbruch-auf-a-831422.html

Und hier Künstler, die deswegen kostenpflichtig abgemahnt wurden:
http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/160212/index.html

"Wieso Missverständnisse? Die Forderung nach der Abschaffung des Urheberrechts ..."

jaja - wer lesen kann, ist klar im Vorteil:

http://www.piratenpartei.de/politik/wissensgesellschaft/urheberrecht/

Auch der, der sich in seiner Meinung von Tatsachen beirren lässt ;-)

Tim, mich würde ja mal interessieren, bei welchem "großen Medienhaus" Du "Onlineredakteur" bist. So ein Unfug habe ich nämlich schon lange nicht mehr gelesen.

Um das klar zu stellen: die komplette Veröffentlichung eines Textes unter Nennung des Namens ist KEIN Zitat. Es ist eine Urheberrechtsverletzung.

Frage doch mal Euren Hausjuristen. Allerdings finde ich es sehr erschreckend, dass man als Redakteur bei Euch so wenig Fachwissen haben kann.

Ich bin auch Redakteurin und habe mich mit Urheberrechtsverletzungen beschäftigt. Ich sehe das genauso wie Jos. Das ist eindeutig eine Urheberrechtsverletzung!

Unter angebe der Quelle (bei brussig der Fall) ist es sehr wohl erlaubt aus Zeitungen & Zeitschriften zu Zitieren, auch den Artikel in ganzer Länge.

Das ist falsch.
Zwar sind Zitate nach §51 UrhG erlaubt; ein komplette Übernahme eines Textes ist aber kein Zitat.

Das Urheberrechtsgesetz sagt dazu wörtlich:

Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Zulässig ist dies insbesondere, wenn
[…]
Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden, […]

(Hervorhebungen von mir)

Dies ist bei Brussig nicht der Fall.

Grossartige Arbeit Alvar. Ich bin schon auf die finale Analyse gespannt, wobei ich eher ein wenig Angst vor selbiger habe

Wow... wie schrecklich. Wie schrecklich typisch Deutsch... "Der hat aber kein Impressum!! Rechtsverletzung!"
Gehen wir es doch mal von der anderen Seite an: Nur mal angenommen, einer dieser Unterzeichner verletzt meine Urheberrechte, weil er ohne Genehmigung ein Foto von mir auf seiner Seite verwendet.
Wie soll ich ihn ohne Impressum oder aktuelle Mail-Adresse denn darauf hinweisen, dass er das Foto bitte entfernen möge oder mich für die Nutzung entsprechend bezahlen? Da bleibt mir doch keine andere Wahl, als einen Anwalt einzuschalten. Und dann wird gleich wieder von Abmahnwahn gejammert.
Und wie soll ich bitteschön jemanden noch ernst nehmen können, der sich über Rechtsbrüche beschwert, selbst aber Probleme hat, sich an die einfachsten Regeln zu halten? Impressum bedeutet ja nicht, dass die Privatadresse des Autors da stehen muss - es kann auch die Geschäftsadresse seiner Agentur oder seines Verlages sein. Hauptsache, ich kann mit ihm in irgendeiner Form Kontakt aufnehmen.

in diesem streit geht es nicht darum, den anderen von einer wahrheit zu überzeugen, sondern es sind verschiedene ideologien, die durch die macht des internets leider fast zwangsläufig in eine zensurfrage münden.

die arroganz vieler der sich "urheber" nennenden, diesen namen allen, die kein geld mit ihren werken verdienen, zu verwehren, finde ich allerdings erschreckend.

informationsfreiheit (nur bedingt zwangsläufig kostenfrei, aber wenn ein mathematikbuch mehrere tausend euro kostet, dann wird bildung einem elitären kreis vorbehalten. zumal der urheber von dem geld quasi nichts sieht und der aufwand, ein bildungsstück kostenlos/günstig im internet zu veröffentlichen verschwindend gering ist.) ist für mich das wichtigste gut unserer gesellschaft.

in meiner heimatstadt haben museen beispielsweise das modell der freiwilligen spenden eingeführt und verdienen seitdem mehr als vorher. das ist vielleicht nicht direkt übertragbar, aber ähnlich mache ich es auch: ich kaufe mir so viele filme, bücher, cd's wie möglich, aber für was das geld nicht reicht, das kann ich nicht kaufen. und wenn ich keine kosten verursache, etwas trotzdem zu besitzen, dann habe ich wenig verständnis, es "diebstal" zu nennen. schließlich geht der gewinn der brachne nicht verloren, er wäre nie da gewesen.

das ist sicherlich ein sehr naives und nobles modell, aber in meiner "netzgemeinde" ist dieses moralverständnis sehr verbreitet und ich denke, dass es mit zunehmender selbsverständlichkeit des internets in nicht allzu ferner zukunft vorherrschend sein kann.

wir leben nunmal zwischen dystopie und utopie.

ich befürchte, dass ich damit gerade nicht zum ausdruck gebracht hab, dass ich sehr wohl verständnis für die ängste der berufsschreiber habe.

sehr netter artikel btw, leider wie hier schon kritisiert aufgrund kleiner zahlen nicht sehr aussagekräftig.

Ich denke schon, dass Schriftsteller haeufig genug von ihren Verlagen zu hoeren bekommen, dass diese ihnen nicht mehr bezahlen koennen "wegen des Internets". Und ich bin sogar ueberzeugt davon, dass das tatsaechlich richtig ist.

Dabei geht es nicht um Urheberrechtsverletzungen, sondern um eine Veraenderung des Freizeitverhaltens der Menschen. Die Zeit, die wir alle im Netz verbringen, haben wir frueher anders genutzt, vielleicht auch mit dem Lesen von Buechern. Da ist eben ein neuer Konkurrent um die Aufmerksamkeit der Leserschaft aufgetaucht. Und wenn ich weniger Buecher lese, kaufe ich vermutlich auch weniger.

Noch krasser als bei der Belletristik ist das beim Ratgebermarkt: Wenn ich wissen will, ob ich mir wegen des roten Ausschlags und Fiebers bei meinem Kind Sorgen machen muss, google ich danach. Frueher haette ich mir vielleicht schon laegst ein "das grosse Gesundheitsbuch der Familie" oder aehnliches gekauft.

MaW: Die Verlage sehen tatsaechlich ihre Felle davonschwimmen. Nur die Reaktion (hau drauf in der Urheberrechtsdebatte) ist inhaltlich natuerlich Quatsch (auch wenn es gegen das gefuehlt boese Internet geht), eine Anpassung der Angebote an die Wuensche der Kunden waere noetiger.

Es gibt keine allgemeine "Impressumspflicht". Als Betreiber einer privaten Webseite muss ich keineswegs irgendwelche Kontaktdaten auf der Seite einbauen.
Alles was bei privaten Seiten wichtig sein könnte, steht ohnehin bei der Denic.

Und Autoren-Seiten, auf denen diese für ihre Bücher werben sind privat? Denke mal eher nicht…

Falsch. Jede „geschäftsmäßige“ Webseite muss nach §5 TMG eine Anbieterkennzeichnung („Impressum“) haben, und geschäftsmäßig bedeutet nicht „gewerblich“. Auch eine private, nichtkommerzielle Webseite kann nach dem Gesetz geschäftsmäßig sein.

Unfug! Mein Blog ist ebenfalls eine private "Website", braucht aber sehr wohl ein Impressum. Lies dir das hier einmal durch:

http://www.linksandlaw.info/Impressumspflicht-Notwendige-Angaben.html


Grüße aus TmoWizard's Castle zu Augsburg

Mike, TmoWizard

Sehr geehrter Herr Alvar Freude,

ich habe diesen offenen Brief unterschrieben, weil es genau solche Seiten wie die Ihrige gibt, die aus Zeitmangel scheinbar zu unsorgfältigen Methoden greifen. Seiten, in denen behauptet wird, dass Menschen wie ich angeschrieben worden wären, was aber überhaupt nicht der Wahrheit entspricht. Ich habe mich umgehört bei den weiteren Unterzeichnern, ähnlich erging es den Meisten. Seiten, die behaupten, dass man selbst Urheberrechtsverletzungen betriebe, was überhaupt nicht den Tatsachen entspricht. Seiten, in denen behauptet wird, dass ein Impressum fehlt, was sicher die absolute Ausnahme ist. Ungeachtet dessen verstehe ich nur zu gut, wenn manche ihre direkten Kontaktdaten aus dem Netz nehmen und die von Firmen einsetzen lassen. Der Shitstorm scheint wohl im Moment auch ein Bürgerrecht sein zu wollen. Da werden Behauptungen aufgestellt, unter dem Deckmantel der Bürgerrechte, die eine gesamt Berufsgruppe entrechten wollen und dann auch noch kritisiert, was man nicht mal erhalten hat. Danke, Herr Bürgerrechtler, wenn das ihre Methode ist die Motive der Unterzeichner zu hinterfragen, na dann beweist es nur um so mehr, dass ein offener Brief und noch mehr nötig ist. Von mir jedenfalls brauchen Sie keine weitere Antwort erwarten. Wir nutzen unsere Bürgerrechter lieber anders und selbst, um die Verletzung dessen zu unterbinden.

Mit besten Grüßen

Julia Neigel

Urheberin

Wer so etwas für "Netzfreiheit" hält, Herr Freude, der braucht sich nicht wundern, dass er keine Antworten mehr erhält:

http://www.golem.de/0506/38669.html

Ich persönlich sehe da schon einen Unterschied zwischen „Kontaktdaten eines Unternehmens im Impressum“ und „gar keine Kontaktdaten“. Aber vielleicht sehe ich das ja auch nur viel zu eng…
Zu eng sehe ich es wahrscheinlich auch, wenn mir (und anderen) und anderen nicht gefällt, an den Kopf geworfen zu bekommen, wir würden „Urheber enteignen und entrechten“ wollen und wären ja nur scharf darauf alles mögliche kostenlos aus dem Netz zu ziehen, nur weil wir der Meinung sind, dass auch das Urheberrecht dann und wann an die aktuelle Wirklichkeit angepasst werden muss. Das ist allgemein durchaus üblich - man mag sich nicht immer direkt von Anfang an darüber einige sein *wie* so eine Anpassung aussehen muss, aber zu einer Lösung mit der alle leben können (auch Kompromiss genannt) kommt man nicht durch die Verweigerung des Dialogs und das ständige Wiederholen von Maximalforderungen über offene (und andere) Briefe…

Wer so etwas für "Netzfreiheit" hält, Herr Freude, der braucht sich nicht wundern, dass er keine Antworten mehr erhält: http://www.golem.de/0506/38669.html

Ah, Sie sind also auch ein kleiner stinkender Nazi, oder warum stört es Sie, wenn ich schreibe: „Der US-Bürger Lauck eignet sich wunderbar als Anschauungsobjekt dafür, wie sehr rassistisches Gedankengut das Gehirn zerfrisst.“?

Sehr geehrte Frau Neigel,

Seiten, in denen behauptet wird, dass Menschen wie ich angeschrieben worden wären, was aber überhaupt nicht der Wahrheit entspricht.

Huch, welche begründeten Tatsachen führen Sie denn zu der Annahme, ich hätte Sie angeschrieben?
Oben steht eindeutig: „Insgesamt habe ich bisher direkt 30 angeschrieben“. Unter den 30 (bzw. in der Zwischenzeit sind es 62) sind Sie nicht, das habe ich weder irgendwo geschrieben noch angedeutet.

Dass ich nicht alle Unterzeichner angeschrieben habe liegt schlicht und einfach daran, dass ich jede einzelne Kontaktadresse mühevoll von Hand heraussuche und von vielen keine direkten Kontaktdaten auffindbar sind.

Seiten, die behaupten, dass man selbst Urheberrechtsverletzungen betriebe, was überhaupt nicht den Tatsachen entspricht.

Ich habe geschrieben, dass Herr Brussig vermutlich Urheberrechtsveletzungen begeht. Diese Behauptung beruht auf überprüfbaren Tatsachen.


Seiten, in denen behauptet wird, dass ein Impressum fehlt, was sicher die absolute Ausnahme ist.

Nein, das ist keine absolute Ausnahme. Ungefähr die Hälfte der nicht vom Verlag betriebenen Webseiten enthält nicht die gesetzlich vorgesehenen Pflichtangaben, meist fehlt die Adresse.


Meine Methode die Motive der Unterzeichner zu hinterfragen ist, diesen die genannten Fragen zu schicken. Wie gesagt, nicht allen, aber einigen.

Schade, dass Sie nicht auf die Fragen antworten wollen und mir unterstellen, Sie entrechten zu wollen. Dies ist mitnichten der Fall, aber die Unterstellung irgendwelcher unlauterer Motive ist ja im Moment en vogue.

Dennoch freundliche Grüße
Alvar Freude

@Julia Neigel
Echt peinlich was Sie hier abliefern. Auffassungsvermögen und Lesekompetenz scheinen ja nicht besonders ausgeprägt zu sein.

Ich habe einige Nebelkerzen zur Urheberrechtsdiskussion von verschiedenen Blogs und Kommentaren eingesammelt und zusammengetragen:

http://henninghoellein.de/index.php?id=35

schöner artikel, danke dafür. :)

Auf Momox, einem Ankäufer für urheberrechtlich geschütztes Zeugs, hab ich erstaunliche Höchstpreise erzielt, jedoch nicht für aktuelle Unterhaltung, nicht für hochwertige Literatur, - es waren die Ratgeber die am meisten Geld brachten.

Schau mal selbst. In der Regel bekommt man nur 10 Cent, 50 Cent... über 1,50 freut man sich ja schon ...
nun guck dir das mal an:

978-3833811739 oder
978-3943088007

Das waren jetzt mal eilig gestellte Beispiele.
Wir haben vor kurzem Keller ausgemistet und ich hab hunderte Bücher gescannt.
Ich würde dir wirklich gerne Recht geben, aber die Offliner sind in der Überzahl, aber sowas von ...

Mit vernetzten Grüßen,
yt

>Ich möchte herausfinden, was sich die Urheber und der Initiator des Briefes wünschen und die gesamte Diskussion auf eine sachliche Ebene führen, auch wenn dies allen Beteiligten (mir auch) oft schwer fällt.

Das das Urheberrecht respektiert und Durchgesetzt wird.
Das ist absolut sachlich,und das sagen die Uhreber auch immer ganz klar!

>Die meisten Urheber scheinen Ängste zu haben, die sie aber nicht genau begründen können;

Die angst ist das noch mehr illegale Nutzung stattfindet.

>einige halten sich nicht an das deutsche Recht, und einer ist mutmaßlich selbst ein dutzendfacher Urheberrechtsverletzer.

Aha,super.
Also wenn ein Kinderschänder sagt das Kinder vergewaltigen böse ist,dann ist die aussage Falsch weil er ja selber ein Kinderschänder ist?

Jaja,ist echt ne super sachliche ebene.
Die Urheber sind eben genauso wenig wie die Arbeitslosen,oder die Ausländer keine Vereinigung,Partei oder ähnliches.
Es geht nicht um die Uhreber und was sie tun,oder nicht.
Es geht um die Gesetze die Uhreber(bzw ihre leistung) schützen.

Es kann jeder Uhreber problemlos seine Inhalte komplett Gratis ins Internet stellen,wenn er das will!
So etwas wie eine Kulturflatrate oder ähnliches Modelle wären eine Zwangsenteignung.

Klar lassen sich uhreberechtverletzungen nicht 100% verfolgen.
Trotzdem muss man Leute die z.b illegal Inhalte bei Youtube Hochladen verfolgen.
Und zwar nicht mit Abmahnunegn,sondern mit Strafverfahren.

Es werden auch jeden Tag Kinder vergewaltigt,und das lässt sich auch nicht verhindern.

Wenn man die Argumente der Piratenpartei und co. anwendet,
müsste man auch fordern das Kinder zu vergewaltigen legalisiert wird!
Und Mord auch.
und Steuerhinterziehung auch.

Am besten alle Gesetze abschaffen,weil man sie nicht 100% durchsetzen kann.

>Und so jemand beschwert sich über Urheberrechtsverletzungen? Ernsthaft?

Du würdest also einen Kinderschänder als Kronzeugen nehmen,wenn er sagt Kinder Vergewaltigen ist böse.
Absurd!

Auch Leute die Bücher schreiben,Musik machen,oder sonst was sind es Individuen.
Urheberrecht ist eben kein Recht von Verbänden,sondern das Recht für jeden einzelnen Urheber!

Daher ist es total egal ob ein einzelner Uhreber ein korrektes Impressum hat,oder seinerseits irgend ein Urheberrecht eines andern verletzt!!!

>Das zeigt mir, dass es wichtig ist, zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren, auch wenn es allen (mich eingeschlossen!) schwer fällt.

Dir fällt es nicht scher,du bewegst dich offensichtlich ganz klar auf der "pro rechte anderer mit Füssen treten" ebene!

>angestachelt durch die Verlage – zu handeln.

Jaja,die bösen Verlage.
Die Urheber sind alle ganz dumm,und können ohne ihre Verlage nicht mal aufs klo gehen,is klar.

>Welche Gefahren und finanziellen Probleme sehen Sie derzeit durch das Internet [insbesondere] für [Autoren|Kreative] aufkommen?

Wer einen Film illegal per Torrent oder per streming sieht,schadet unmittelbar den Uhrebern.

Die Nutzung explizit dieses einen Streams schadet den Uhrebern in der Regel dadurch das dadurch die nutzung eines Legalen stremings enfällt.
Ähnlich beim laden per Torrent.

Das laden des einen Torrents schadet explizit dem Uhreber da dadurch der Download des Films auf legalen angeboten,oder der Kauf einer Disc im Ausland entfällt.

Ein eventueller Kinobesuch nach einer illegalen stream nutzung,kann den schaden nicht wieder beheben,da es sich ja jeweils um eine neue nutzzung handelt.

>Welche konkreten Vorstellungen, Wünsche und Anregungen haben Sie, wie das Urheberrecht im Internet durchgesetzt werden soll?

In einem Rechtsstaat ist für die Rechtsdurchsetzung der Staat verantwortlich.
Du würdest auch von einem Vergewaltigunsgopfer nicht fordern,das es begründen muss wie der Täter gefunden werden soll.

>Welche konkreten Maßnahmen stellen Sie sich zur Stärkung des Urheberrechts im digitalen Zeitalter vor?

Es muss nicht gestärkt werden,es muss nur durchgesetzt werden.
Für die Durchsetzung sind Polizei und Justiz zuständig,nicht die Uhreber.

Dies trifft wie schon gesagt nciht nur beim uherberecht zu,sondern bei allen Gesetzen.

>Wie sieht Ihr Konzept eines modernen Internets aus, das es den Urhebern weiterhin ermöglicht, von ihrer Arbeit leben zu können?

Das Konzept sieht so aus,das die Bürger sich an Gesteze halten müssen.
Dazu müssen illegale anbieter auf youtube,und von straming Seiten verfolgt werden

Aha,super. Also wenn ein Kinderschänder sagt das Kinder vergewaltigen böse ist,dann ist die aussage Falsch weil er ja selber ein Kinderschänder ist?

Oh mann, wenn einem nix mehr einfällt, dann kommt ein Nazi- oder Kinderschänder-Vergleich.


So etwas wie eine Kulturflatrate oder ähnliches Modelle wären eine Zwangsenteignung.

Dann ist die Leermittelabgabe, die Einführung von Verwertungsgesellschaften und die Privatkopie also auch eine Zwangsenteignung?

Übrigens: Enteignung ist der Entzug des Eigentums an einer unbeweglichen oder beweglichen Sache durch den Staat. Enteignung wäre also, wenn der Staat alle CDs beschlagnahmen, diese einschmelzen und daraus Stühle bauen ließe.


Trotzdem muss man Leute die z.b illegal Inhalte bei Youtube Hochladen verfolgen.

Das ist trivial, kaum etwas ist leichter als das Verfolgen von „illegalen“ Uploads bei Youtube.

Ich finde das mit den rechtlichen Rahmenbedingungen gar nicht so problematisch und finde es auch wichtig.

Man sollte langsam akzeptieren, dass auch das Internet kein rechtsfreier Raum ist und es auch förderlich ist, wenn alle sich dran halten.

Ein Impressum ist ja mittleweile auch sehr schnell gemacht. Im Netz gibt es einen Haufen von Impressumgeneratoren, z. B. hier: http://www.mth-partner.de/impressumgenerator/impressum-generator.php

VG
Robert

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