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    <title>ODEM.blog</title>
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    <updated>2014-01-25T02:21:01Z</updated>
    <subtitle>ODEM.org startete 2000 mal als Online-Demonstrations-Plattform für Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft. Aus Zeitmangel gab es lange vor allem dieses Blog, das in der Zwischenzeit vom neuen Blog abgelöst wurde: Blog von Alvar Freude. Sowie mehr über mich … </subtitle>
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    <title>Vorratsdatenspeicherung: technisches Gutachten</title>
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    <published>2014-01-24T19:31:24Z</published>
    <updated>2014-01-25T02:21:01Z</updated>

    <summary>Ich habe nebenan ein neues Blog eröffnet (aus diversen guten und weniger guten Gründen). Und dort gibts als ersten richtigen Inhalt ein technisches Kurzgutachten zur Vorratsdatenspeicherung, das ich ursprünglich Ende 2011 für die SPD-Bundestagsfraktion geschrieben habe. Vielleicht lässt sich ja...</summary>
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        <name>Alvar Freude</name>
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        <![CDATA[<p>Ich habe nebenan ein <a class="ext" href="http://blog.alvar-freude.de/">neues Blog eröffnet</a> (aus diversen guten und weniger guten Gründen). Und dort gibts als ersten richtigen Inhalt ein <a class="ext" href="http://blog.alvar-freude.de/2014/01/gutachten-vorratsdatenspeicherung.html">technisches Kurzgutachten zur Vorratsdatenspeicherung</a>, das ich ursprünglich Ende 2011 für die SPD-Bundestagsfraktion geschrieben habe. Vielleicht lässt sich ja damit so manche teilweise hitzige Diskussion etwas versachlichen …</p>
<p>➜&nbsp;<a class="ext" href="http://blog.alvar-freude.de/2014/01/gutachten-vorratsdatenspeicherung.html">Technisches Gutachten Vorratsdatenspeicherung</a></p>
<p>&nbsp;</p>]]>
        
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    <title>Die Youtube-Zeitmaschine</title>
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    <published>2013-12-17T20:42:11Z</published>
    <updated>2013-12-18T11:12:25Z</updated>

    <summary>Youtube behauptet, ich würde in einem Video fremde Musik verwenden und somit „möglicherweise“ eine Urheberrechtsverletzung begehen. Dumm nur: mein Video ist von 2011, die fremde Musik wurde erst 2012 veröffentlicht. Wer bei Youtube Videos hochlädt, in denen Musik-ähnliche Geräusche vorkommen,...</summary>
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        <name>Alvar Freude</name>
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        <![CDATA[<p><strong>Youtube behauptet, ich würde in einem Video fremde Musik verwenden und somit „möglicherweise“ eine Urheberrechtsverletzung begehen. Dumm nur: mein Video ist von 2011, die fremde Musik wurde erst 2012 veröffentlicht.</strong></p>
<p>Wer bei Youtube Videos hochlädt, in denen Musik-ähnliche Geräusche vorkommen, der kennt das: dauernd gibt es Beschwerden über angebliche Urheberrechtsverletzungen. Da wird dann mit allem möglichen gedroht, bis hin zum Schließen des Youtube-Kontos und so weiter. Das „Content-ID-System“ von Google bzw. Youtube erkennt gerne mal etwas falsch, oder es wird Urheberrechtschutz für Kompositionen angemeldet, deren Komponist seit einigen Hundert Jahren verstorben ist.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Ein ganz toller Fall ist mir aber heute passiert: Google beschwert sich dar&uuml;ber, dass ich in einem Video von 2011 angeblich Musik verwenden w&uuml;rde, die erst 2012 ver&ouml;ffentlicht wurde:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.odem.org/assets_c/2013/12/raupe-urv-3340.html"><img class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" src="http://blog.odem.org/assets_c/2013/12/raupe-urv-thumb-500x190-3340.png" alt="raupe-urv.png" width="500" height="190" /></a></p>
<p><a href="http://blog.odem.org/assets_c/2013/12/raupe-urv-3340.html"></a>Ich soll in&nbsp;<a class="ext" href="http://youtu.be/jsqkra847eM">diesem Video</a>&nbsp;angeblich Musik verwenden, deren Nutzungsrechte ich nicht habe (das dauernde Knacksen ist ein Bug von Youtube: zumindest als ich es damals hochgeladen habe wurde Sourround-Ton &uuml;bersteuert nach Stereo umgerechnet, Bug habe ich gemeldet, nie eine Antwort bekommen).</p>
<p>Das Video habe ich am 18.9. 2011 hochgeladen. Die Musik, bei der ich mich &bdquo;m&ouml;glicherweise&ldquo; bedient haben soll, sei&nbsp;<em>&bdquo;Sherry Todd Green&ndash;Underestimated&ldquo;</em>, &bdquo;verwaltet von Indmusic&ldquo;. Das betreffende Album ist <a class="ext" href="https://itunes.apple.com/de/album/in-the-woods/id557550789">laut iTunes</a> am 29.8. 2012, also fast ein Jahr sp&auml;ter, erschienen. Ups!</p>
<p>Des R&auml;tsels L&ouml;sung: ich habe die Hintergrundmusik mit <del>Logic Pro</del> damals noch mit Garageband zusammengebaut. Sherry Todd Green verwendet einen gleichen Loop (gleich den am Anfang). Ganz legal (sofern Software legal erworben). Das Content-ID-System erkennt das und meckert. Aber offensichtlich ist Google noch nicht mal in der Lage, die Ver&ouml;ffentlichungs-Daten abzugleichen geschweige denn Loops aus g&auml;ngiger Software zu erkennen.</p>
<p>Ich bin die Beschwerden von Youtube ja in der Zwischenzeit gewohnt und reagiere locker darauf; aber das geht nicht jedem so, manche sind beim ersten mal so eingesch&uuml;chtert, dass sie Video und Kanal gleich l&ouml;schen. Immerhin sind die Formulierungen von Youtube in der Zwischenzeit nicht mehr so agressiv wie fr&uuml;her.</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="//www.youtube-nocookie.com/embed/jsqkra847eM" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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    <title>Die GEMA, „IT-Horror“ und der „unhaltbare Traum von CC-Lizenzen“</title>
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    <published>2013-04-13T21:42:19Z</published>
    <updated>2013-04-13T22:09:02Z</updated>

    <summary><![CDATA[Auf Facebook gibt es eine Fake-SPD-Netzpolitik-Gruppe der Urheberrechts-Hardlinerin und möchtegern-Netzpolitikerin Jeannette Annina Chung. Sie möchte eine „neue“ Netzpolitik der SPD prägen, die sich an den Wünschen der Urheber orientiert und diese hart durchsetzt.&nbsp;Dort in der Gruppe erklärt nun&nbsp;der&nbsp;GEMA-Aufsichtsratsvorsitzende&nbsp;Enjott Schneider nebenher,...]]></summary>
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        <name>Alvar Freude</name>
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        <![CDATA[<p>Auf Facebook gibt es eine <a class="ext" href="http://www.facebook.com/groups/145069242325289/">Fake-SPD-Netzpolitik-Gruppe</a> der Urheberrechts-Hardlinerin und möchtegern-Netzpolitikerin Jeannette Annina Chung. Sie möchte eine „neue“ Netzpolitik der SPD prägen, die sich an den Wünschen der Urheber orientiert und diese hart durchsetzt.&nbsp;<a class="ext" href="http://www.facebook.com/groups/145069242325289/permalink/161168430715370/?comment_id=161805800651633">Dort in der Gruppe erklärt</a> nun&nbsp;der&nbsp;<span>GEMA-Aufsichtsratsvorsitzende&nbsp;</span>Enjott Schneider nebenher, warum „<span>der Traum von CC-Lizenzen […] unhaltbar“ sei: seine Idee einer „</span><span>Datenbank für alle Musiktitel der Welt“ sei der „</span><span>IT-Horror“, und das würde „</span><span>Byte-Resourcen ohne Ende“ verschlingen, daher würde das eben mit dem CC-Traum nichts.</span></p>]]>
        <![CDATA[<p>Welchen Creative-Commons-Traum er denn nun genau meint ist mir zwar aus seinen paar Sätzen nicht ganz klar geworden, es hört sich aber nach einer Begründung an, <a onclick="window.open('http://blog.odem.org/assets_c/2013/04/nj-schneider-gema-cc--kl-2850.html','popup','width=405,height=359,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false" href="http://blog.odem.org/assets_c/2013/04/nj-schneider-gema-cc--kl-2850.html"><img class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" src="http://blog.odem.org/assets_c/2013/04/nj-schneider-gema-cc--kl-thumb-200x177-2850.png" alt="nj-schneider-gema-cc--kl.png" width="200" height="177" /></a>warum die GEMA keine CC-Lizenzen erlauben könne. Wieso dies die Komplexität oder Datenmenge seiner Musik-Titel-Datenbank aber nun drastisch eröhen soll ist nicht so ganz klar. Allerdings zeigt die gesamte Begründung des GEMA-<span>Aufsichtsratsvorsitzenden sowieso, dass er offensichtlich keine wirkliche Ahnung von Datenbanken hat. Ich arbeite seit Jahren mit großen, komplexen, viel frequentierten und/oder hochverfügbaren Datenbanken. Da gibt es dann auch mal Tabellen mit ein paar Milliarden Datensätzen, oder viel frequentierte Tabellen mit hunderten von Millionen Datensätzen oder 50000 Abfragen pro Sekunde im Normalbetrieb. Mit für den jeweiligen Einsatzzweck erschwinglicher Hardware kriegt man das alles hin, es ist weder „IT-Horror“ noch verschlingt es „Byte-Ressourcen ohne Ende“. Das Datenbank-Schema für eine solche Datenbank wäre sicherlich nicht vollkommen trivial – aber eben auch nicht wirklich komplexer als anderes.&nbsp;</span>Die Datenmengen sind sowieso normalerweise nicht das Problem, sondern die Art des Umgange mit ihnen.&nbsp;Und mit PostgreSQL gibt es ein wunderbar stabiles Datenbanksystem, das mit solchen Datenmengen problemlos klar kommt und noch nicht mal Unmengen an Lizenzkosten verschlingt.</p>
<p>Nun, ich hätte ja gerne direkt mit Enjott Schneider darüber diskutiert und mir diesen Blogpost hier erspart. Vielleicht hat er sich nur schlecht ausgedrückt und alles ist ein Missverständnis. Allerdings hält die Gruppengründerin Jeannette Annina Chung nicht so viel von Demokratie und hat mich und mindestens zwei andere Gruppen-Mitglieder vor ein paar Tagen aus der angeblichen „SPD“-Gruppe ohne Begründung rausgeworfen, wohl weil wir zu kritisch waren und diversen Behauptungen von ihr und anderen widersprochen haben. Es wird Zeit, dass die Partei endlich etwas gegen diese Vereinnahmung der Netzpolitik durch Urheberrechts-Hardliner unternimmt.</p>]]>
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    <title>Weltneuheit: die erste Suchmaschine, die das Leistungsschutzrecht einhält!</title>
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    <published>2013-04-05T07:00:00Z</published>
    <updated>2016-10-14T09:58:33Z</updated>

    <summary>Demnächst tritt das neue Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Kraft. Und passend dazu habe ich nun – noch BETA! – die erste Leistungsschutzrechts-legale Suchmaschine erstellt: Leischure! Hintergrund: Mit dem neuen Leistungsschutzrecht für Presseverleger sollen Verlage im Internet besser geschützt werden, denn...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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        <![CDATA[<p>Demnächst tritt das neue Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Kraft.</p>
<p>Und passend dazu habe ich nun – noch BETA! – die erste Leistungsschutzrechts-legale Suchmaschine erstellt: <a class="ext" href="http://leischure.odem.org/">Leischure</a>!</p>
<h2>Hintergrund:</h2>
<p>Mit dem neuen Leistungsschutzrecht für Presseverleger sollen Verlage im Internet besser geschützt werden, denn – so die Begründung – Suchmaschinen verdienen Milliarden dadruch, dass sie die kreativen Leistungen von Zeitungsverlagen (und anderen Urhebern) ausbeuten würden. Dies geschehe beispielsweise dadurch, dass die Suchmaschinen illegalerweise Textausschnitte in den Suchergebnissen anzeigen würden, die an sich aber eine verlegerische Leistung darstellen. Daher soll die Anzeige solcher Textausschnitte mit dem neuen Leistungsschutzrecht nun kostenpflichtig werden. Damit, so die Begründung der Verlage, könnten Zeitungen und Zeitungen selbst entscheiden, unter welchen Bedingungen Suchmaschinen die Inhalte finden können.</p>
<p>Interessanterweise haben die Zeitschriftenverlage in den letzten Jahren Millionen ausgegeben, damit sie in den Suchmaschinen gut gefunden werden. Sie profitieren von Suchmaschinen. Und sie haben schon seit Jahren die Möglichkeit, sich aus Suchmaschinen auszutragen. Wollen sie aber nicht, sie wollen ja gefunden werden.</p>
<p>Weitere Informationen zum Leistungsschutzrecht gibt es beispielsweise hier:</p>
<ul>
<li><a class="ext" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/tag/leistungsschutzrecht/">Diverse Berichte von Stefan Niggemeier</a>, insbesondere ist die Serie „Lügen fürs Leistungsschutzrecht“ lesenswert</li>
<li><a class="ext" href="http://leistungsschutzrecht.info/argumente">Argumente pro und kontra</a></li>
<li><a class="ext" href="http://blog.odem.org/2013/03/lsr-stoppen.html">Ein Versuch, das Gesetz zu verhindern</a> (hat <a class="ext" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesrat-winkt-Leistungsschutzrecht-durch-1828100.html">nicht geklappt</a>)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><a class="ext" href="http://leischure.odem.org/">Leischure – die weltweit erste Suchmaschine, die das neue Leistungsschutzrecht einhält!</a></p>
<p>&nbsp;</p>]]>
        
    </content>
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    <title>Leistungsschutzrecht stoppen!</title>
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    <published>2013-03-20T07:00:00Z</published>
    <updated>2013-03-20T07:15:06Z</updated>

    <summary>Zahlreiche Wissenschaftler, Netz-Aktivisten, Journalisten, Urheberrechtsexperten, Politiker und Internet-Unternehmer fordern den Bundesrat auf, das Leistungsschutzrecht zu kippen Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist das netzpolitische Desaster dieser Legislaturperiode. Irgendwie scheinen einige Politiker nicht gelernt zu haben, dass man in Netz-Dingen vielleicht doch...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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        <![CDATA[<h3>Zahlreiche Wissenschaftler, Netz-Aktivisten, Journalisten, Urheberrechtsexperten, Politiker und Internet-Unternehmer fordern den Bundesrat auf, das Leistungsschutzrecht zu kippen</h3>
<p>Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist das <a class="ext" href="http://leistungsschutzrecht.info/argumente">netzpolitische Desaster</a> dieser Legislaturperiode. Irgendwie scheinen einige Politiker nicht gelernt zu haben, dass man in Netz-Dingen vielleicht doch auf die (eigenen!) Netzpolitiker hören sollte. Der Bundestag hat es schon mit Koalitionsmehrheit <a class="ext" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/leistungsschutzrecht-bundestag-beschliesst-google-gesetz-a-886270.html">(bei einigen Abweichlern</a>!) <a class="ext" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Lex-Google-Bundestag-beschliesst-neues-Leistungsschutzrecht-1814656.html">beschlossen</a>. Am Freitag entscheiden die Länder im Bundesrat darüber, ob sie wegen des Gesetzes zum <a class="ext" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsschutzrecht_für_Presseverleger">Leistungsschutzrecht für Presseverleger</a> den <a class="ext" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vermittlungsausschuss">Vermittlungsausschuss</a> anrufen sollen. Zwar können die Länder das vom Bund beschlossene Gesetz nicht gänzlich stoppen – die Gesetzgebungskompetenz für Urheberrecht liegt beim Bund, der Bundestag kann die Länder überstimmen – aber sie können es verzögern. Und wenn das alles nicht vor der Bundestagswahl über die Bühne geht, greift des <a class="ext" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diskontinuitätsprinzip">Diskontinuitätsprinzip</a>:&nbsp;Der neue Bundestag müsste wieder von vorne anfangen. Und damit wäre das Gesetz tot.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Daher hatten&nbsp;<a class="ext" href="http://www.henning-tillmann.de">Henning Tillmann</a>&nbsp;und ich beschlossen, <a class="ext" href="http://ak-zensur.de/download/JMStV-Brief--Alternativen--SPD-MdL-NRW.pdf">mal wieder</a> einen offenen Brief&nbsp;zu schreiben. In einer Last-Minute-Aktion haben wir also die letzten Tage einen Brief an die Ministerpräsidenten der Länder formuliert und diverse Unterstützer dafür gefunden: Der Aufruf wird von namhaften Experten des Urheber- und Internetrechts, Wissenschaftlern, Journalisten, Internet-Aktivisten, Medienpolitikern, Bloggern und Internet-Unternehmern getragen – die komplette Liste steht unten. Wir hatten uns aufgrund der knappen Zeit explizit gegen eine öffentliche Unterzeichnerliste entschieden und primär eine kleine, aber hochkarätige Liste angestrebt – aufgrund der Hektik haben wir garantiert vergessen den einen oder anderen zu fragen, bitte entschuldigt dies!</p>
<p>Die breite Unterzeichnerliste zeigt, wie gut begründet der Widerstand gegen das Leistungsschutzrecht ist. Wir danken allen, die den Aufruf unterstützen und hoffen, dass die Bundesländer am Freitag tatsächlich den Vermittlungsausschuss anrufen werden!</p>
<p>Hier der Volltext unseres Briefes (<a class="ext" href="http://blog.odem.org/2013/03/20/LSR-Brief-Allgemein.pdf">auch als PDF</a>):</p>
<blockquote>
<p>Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,<br /> sehr geehrter Herr Ministerpräsident,</p>
<p>der Deutsche Bundestag verabschiedete am 1. März 2013 mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU und FDP das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverleger (siehe BT-Drs. 17/11470 und 17/12534, sowie BR-Drs. 162/13). Da es sich um ein Gesetz zur Änderung des Urheberrechts handelt, ist der Bundesrat nicht zustimmungspflichtig. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass die Bundesländer gegen das Gesetz Einspruch einlegen und den Vermittlungsausschuss anrufen sollten. Wir möchten Sie bitten, sich dafür einzusetzen und ein entsprechendes Verfahren mit Ihren Länderkolleginnen und -kollegen anzustrengen.</p>
<p>Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger (kurz: LSR), vor allem in der von der Bundesregierung verabschiedeten Fassung, wird ansonsten für enorme Rechtsunsicherheiten sorgen. Dies ist wie folgt an dem Gesetzesvorhaben festzumachen:</p>
<ul>
<li>Wenn diese Regelung Gesetzeskraft erlangt, müssen alle betroffenen Anbieter von Suchdiensten im entferntesten Sinne mit den Presseverlagen komplizierte und umfangreiche Lizenzverhandlungen führen. Dies kann dazu führen, dass große Anbieter durch ihre finanziellen und personellen Mittel kleinere vom Markt drängen werden. Sowohl für kleine Verlage als auch für kleine Anbieter von Internetdiensten ist die Aushandlung individueller Lizenzverträge nur schwer möglich. Dies verfestigt bestehende Markt- und Machtstrukturen im Suchmaschinenmarkt, ebenso stärkt es große Verlage gegenüber kleineren.</li>
<li>Es fehlt ein fairer Interessenausgleich, nicht zuletzt auch zur Sicherstellung der Informationsfreiheit im Internet. Dieser Gesetzentwurf leistet keinen solchen Interessenausgleich zwischen den Rechten der Verlage und der Gewährleistung der Informationsfreiheit. Suchmaschinen erfüllen eine gesellschaftlich erwünschte Rolle. Erst durch sie finden die Nutzerinnen und Nutzer gewünschte Informationen und Angebote. Dies ist auch im Eigeninteresse der Zeitungen, um den einfachen Zugang zu journalistischen Inhalten zu gewährleisten.</li>
<li>Alle Parteien im Deutschen Bundestag setzen sich dafür ein, Leistungen der Urheberinnen und Urheber gerecht zu entlohnen, um die Bedingungen für kreatives Schaffen zu erhalten. Das LSR leistet dazu keinen Beitrag: In einer Absichtserklärung ist zwar vorgesehen, dass die Urheberinnen und Urheber an den Einnahmen beteiligt werden sollen, doch haben Sie dafür keinerlei Absicherung. Die Beteiligung einer Verwertungsgesellschaft wurde bewusst gestrichen. Jede einzelne Urheberin bzw. jeder einzelne Urheber soll also mit jedem einzelnen Verlag über die Höhe ihres bzw. seines „angemessenen“ Anteils verhandeln. Die Urheberinnen und Urheber werden die schwächste Verhandlungsposition von allen haben.</li>
<li>Es ist nicht klar, wer von dem Leistungsschutzrecht betroffen ist, d. h. welche Nutzung konkret vom Schutzbereich des LSR erfasst wird. Der Gesetzesentwurf spricht von „Suchmaschinen“ und „Diensten, die Inhalte entsprechend aufbereiten“. Diese Dienste sind nicht hinreichend spezifiziert. Ebenso wenig ist geklärt, wer oder was überhaupt ein „Presseverlag“ ist. Dies sind nach Konzeption des Gesetzes mitnichten nur die großen bekannten Medienhäuser.</li>
<li>Obgleich der Gesetzesentwurf in der Begründung scheinbar „andere Nutzer, wie z. B. Blogger, Unternehmen der sonstigen gewerblichen Wirtschaft, Verbände, Rechtsanwaltskanzleien oder private bzw. ehrenamtliche Nutzer“ ausschließt, können aber genau auch diese jene Dienste anbieten, die gegen das Leistungsschutzrecht verstoßen. Im Internet kann prinzipiell jeder beliebige Dienste anbieten. So enthalten einige privat oder semiprofessionell betriebene Blogs tägliche Webschauen, die durch automatisierte Verfahren generiert werden.</li>
<li>Eine genaue Länge von gestatteten Textauszügen ist nicht definiert. So spricht der Gesetzesentwurf von „kleinsten Teilen“. Es ist unklar, ob bereits Überschriften oder etliche Sätze damit gemeint sind. Dies führt zu Rechtsunsicherheit, da erst in vielen jahrelang andauernden Rechtsstreitigkeiten festgestellt werden muss, was darunter zu verstehen ist.</li>
<li>Die Presseverlage können bereits jetzt entscheiden, ob sie von einer Suchmaschine gefunden werden wollen oder nicht. Technische Gegebenheiten dazu sind seit Jahren vorhanden und ermöglichen individuelle Einstellungen für jede einzelne (Unter-) Seite.</li>
<li>Der Gesetzentwurf wurde trotz massiver verfassungs- und europarechtlicher Bedenken vom Bundestag beschlossen.</li>
<li>Anhörungen im Bundestag haben eklatante Mängel am Gesetz festgestellt und die kurz vor der Abstimmung eingebrachten Änderungen haben die Rechtsunsicherheiten eher verschlimmert. Auch die wichtigsten Rechtswissenschaftler und Experten zum Urheberrecht in Deutschland, wie die Deutsche Vereinigung für gewerblichen Rechtschutz und Urheberrecht (GRUR) und das Max-Planck-Institut für Immaterialgüter und Wettbewerbsrecht, lehnen das LSR vehement ab und halten es für komplett untauglich.</li>
</ul>
<p>Das Leistungsschutzrecht erzeugt insbesondere auch Rechtsunsicherheiten bei neuen Startup-Unternehmen mit entsprechenden Internetdiensten. Das Gesetz schwächt den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland. Es ist zu befürchten, dass die gerade erst wachsende Startup-Szene international von dieser internetfeindlichen Gesetzgebung abgeschreckt wird.</p>
<p>Es ist unbestritten, dass der Qualitätsjournalismus vor großen Herausforderungen steht; die wirklichen Probleme werden durch dieses LSR aber nicht gelöst. Insbesondere werden keine machbaren und effektiven Lösungen vorgeschlagen. Die Kollateralschäden bei der bisherigen Fassung wären unabsehbar.</p>
<p>Nahezu sämtliche Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, so auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), lehnen ein Leistungsschutzrecht ab, da eine Gefährdung der Innovationskraft im digitalen Wandel und eine systemfremde Privilegierung einer Online-Anbietergruppe mit unabsehbaren Folgen für Wettbewerb und Vielfalt im Internet befürchtet wird. Auch Journalisten lehnen das Gesetz ab, so z.B. der Deutsche Fachjournalisten Verband (DFJV), die Journalistengewerkschaft DJU (ver.di) und der Deutsche Journalistenverband (DJV).</p>
<p>In einem ungewöhnlichen lagerübergreifenden Bündnis haben sich alle maßgeblichen Jugendorganisationen der Parteien zusammen gegen ein LSR ausgesprochen. Die Netzpolitikerinnen und Netzpolitiker aller Parteien des Deutschen Bundestages – auch die der Regierungskoalition – lehnen das eingebrachte Leistungsschutzrecht für Presseverleger ebenso ab.</p>
<p>Wir appellieren daher an die Landesregierungen, den Gesetzentwurf für ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage im Bundesrat nicht passieren und damit vorerst nicht in Kraft treten zu lassen. Wir möchten Sie vielmehr dringend bitten, gemeinsam mit den anderen Bundesländern den Vermittlungsausschuss anzurufen und dieses Gesetz zu stoppen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<ul>
<li>Henning Tillmann<br /> <em>Mitglied des Gesprächskreises „Netzpolitik und Digitale Gesellschaft“ beim SPD-Parteivorstand</em></li>
<li>Alvar C. H. Freude<br /> <em>Sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages</em></li>
<li>Jakob Augstein<br /> <em>Verleger des Freitag</em></li>
<li>Constanze Kurz<br /> <em>Sprecherin des Chaos Computer Clubs</em></li>
<li>Stefan Niggemeier<br /> <em>Journalist</em></li>
<li>Mario Sixtus<br /> <em>Journalist, Autor und TV-Produzent</em></li>
<li>Gerald Spindler<br /> <em>Professor, Direktor Institut Wirtschaftsrecht, Universität Göttingen</em></li>
<li>Prof. Dr. Justus Haucap<br /> <em>Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE), Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf</em></li>
<li>Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow<br /> <em>Professor für Medienorganisation und Mediensysteme und Prodekan</em></li>
<li>Jeanette Hofmann<br /> <em>Politikwissenschaftlerin</em></li>
<li>Johnny Haeusler<br /> <em>Autor, Gründer von Spreeblick.com</em></li>
<li>Sascha Vogt<br /> <em>Juso Bundesvorsitzender</em></li>
<li>Jens Christoph Parker<br /> <em>Bundessprecher GRÜNE JUGEND</em></li>
<li>Sina Doughan<br /> <em>Bundessprecherin GRÜNE JUGEND</em></li>
<li>Doris Aschenbrenner<br /> <em>Netzpolitische Sprecherin der BayernSPD, Beraterin von Christian Ude für den Bereich Digitale Gesellschaftspolitik</em></li>
<li>Tobias Schwarz<br /> <em>Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Netzpolitik, Bündnis 90/Die Grünen Berlin</em></li>
<li>Hannes Griepentrog<br /> <em>Sprecher AK Netzpolitik CDU-Kreisverband Esslingen</em></li>
<li>Markus Beckedahl<br /> <em>Vorsitzender Digitale Gesellschaft e.V.</em></li>
<li>Lavinia Steiner<br /> <em>Vorstand Digitale Gesellschaft e.V.</em></li>
<li>Valentina Kerst<br /> <em>Co-Vorsitzende D64 - Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V. und Leiterin des Forum Netzpolitik der KölnSPD</em></li>
<li>Nico Lumma<br /> <em>Co-Vorsitzender D64 - Zentrum für digitalen Fortschritt</em></li>
<li>Mathias Richel<br /> <em>Gründungsmitglied D64 - Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V.</em></li>
<li>Till Kreutzer<br /> <em>Rechtsanwalt, Initiator der Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht (IGEL)</em></li>
<li>Ulf Buermeyer<br /> <em>Richter am Landgericht Berlin, Digitale Gesellschaft e.V.</em></li>
<li>Dieter Frey<br /> <em>Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht</em></li>
<li>Thomas Stadler<br /> <em>Rechtsanwalt</em></li>
<li>Jan Mönikes<br /> <em>Rechtsanwalt</em></li>
<li>Jan Kuhlen<br /> <em>Rechtsanwalt</em></li>
<li>Philip Banse<br /> <em>Journalist, Podcaster und Gründer von Kuechenstud.io</em></li>
<li>Christoph Kappes<br /> <em>Medienunternehmer, Blogger</em></li>
<li>Jens Matheuszik<br /> <em>Blogger (pottblog.de und ruhrbarone-dortmund.de)</em></li>
<li>Pavel Richter<br /> <em>Vorstand Wikimedia Deutschland e.V</em></li>
<li>Wolfgang Michal<br /> <em>Herausgeber CARTA</em></li>
<li>Leonhard Dobusch<br /> <em>Juniorprofessor für Organisationstheorie an der FU Berlin und Blogger</em></li>
<li>Philipp Otto<br /> <em>Urheberrechtsexperte, Autor und Mitbegründer der Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht - IGEL</em></li>
<li>Stefan Engeln<br /> <em>Justitiar 1&amp;1 Internet AG</em></li>
<li>Michael Frenzel<br /> <em>Leiter PR eines Internetunternehmens aus dem Westerwald. Stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrates der Filmförderungsanstalt des Bundes (FFA).</em></li>
<li>Jonas Westphal<br /> <em>Digitale Gesellschaft e. V.</em></li>
<li>Andreas Maurer<br /> <em>Social-Media-Manager</em></li>
<li>Axel Wallrabenstein </li>
<li>Kaya Köklü<br /> <em>Wissenschaftlicher Referent am MPI für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht in München</em></li>
<li>Andrea Jonjic<br /> <em>Politikwissenschaftlerin, Redakteurin Netzpolitik.org</em></li>
</ul>
</blockquote>
<p>(<a href="http://blog.odem.org/2013/03/20/LSR-Brief-Allgemein.pdf">LSR-Brief-Allgemein.pdf</a>)</p>
<p>Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat sich in einem <a class="ext" href="http://www.djv.de/startseite/profil/der-djv/pressebereich-info-download/pressemitteilungen/detail/article/djv-fordert-nein-vom-bundesrat.html">Brief an den Bundesrat</a> gewandt und den Stopp des Gesetzes gefordert.</p>]]>
    </content>
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    <title>Schlussbericht der Internet-Enquete</title>
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    <id>tag:blog.odem.org,2013://11.1214</id>

    <published>2013-03-14T12:00:53Z</published>
    <updated>2013-03-16T11:01:17Z</updated>

    <summary><![CDATA[Der Schlussbericht&nbsp;(PDF) der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages ist online. Dabei handelt es sich nicht um den gesamten Bericht, sondern nur eine Art Schlussbetrachtung. Es sind noch nicht alle Berichte aus den Projektgruppen fertig, sie sind teilweise...]]></summary>
    <author>
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://blog.odem.org/">
        <![CDATA[<p>Der <a class="ext" href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/125/1712550.pdf">Schlussbericht</a>&nbsp;(PDF) der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages ist online.</p>
<p>Dabei handelt es sich nicht um den gesamten Bericht, sondern nur eine Art Schlussbetrachtung. Es sind noch nicht alle Berichte aus den Projektgruppen fertig, sie sind teilweise noch in der Endredaktion (auch wenn sie im Endbericht schon mit Drucksachennummer etc. versehen verlinkt sind).</p>
<p>Leider konnten wir uns nicht auf eine gänzlich gemeinsame Beschreibung des Verlaufs der Bürgerbeteiligung der Enquête einigen, siehe die ergänzenden Stellungnahmen im Bericht ab Seite 16.</p>
<p>Die einzige Handlungsempfehlung des Schlussberichts bezieht sich auf die Bürgerbeteiligung: wir empfehlen dem Bundestag, allen Ausschüssen auf Wunsch eine Beteligungsplattform zur Verfügung zu stellen.</p>
<p>Am interessantesten sind sicherlich die personlichen Meinungen der Sachverständigien, <a class="ext" href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/125/1712550.pdf">im Schlussbericht ab Seite 19</a>. Meine persönliche Nachlese steht ab Seite 28 – oder im Artikel&nbsp;<a href="http://blog.odem.org/2013/01/abschluss-der-eidg.html">Fast drei Jahre Netzpolitik im Bundestag</a>.</p>]]>
        
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    <title>Die nächste Runde beim JMStV</title>
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    <published>2013-02-22T20:51:11Z</published>
    <updated>2013-02-22T21:30:26Z</updated>

    <summary><![CDATA[Und: sind die&nbsp;deutschen Bestimmungen zum Jugendschutz ein Feigenblatt? Heute war ich bei der KJM in München zu einer Diskussion zum Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV). Der Bericht auf heise online fasst den Diskussionsstand ganz gut zusammen. Ergänzend kann ich dem noch hinzufügen, dass...]]></summary>
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://blog.odem.org/">
        <![CDATA[<h2>Und: sind die&nbsp;deutschen Bestimmungen zum Jugendschutz ein Feigenblatt?</h2>
<p>Heute war ich bei der KJM in München zu einer Diskussion zum Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV). Der <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Neuer-Anlauf-fuer-den-Jugendmedienschutzstaatsvertrag-1809147.html">Bericht auf heise online</a> fasst den Diskussionsstand ganz gut zusammen.</p>
<p>Ergänzend kann ich dem noch hinzufügen, dass von einigen Akteuren überlegt wird, ob man denn Hardwarehersteller verpflichten solle, Computer nur noch mit aktivierten (!) Filtern („Jugendschutzprogrammen“) auszuliefern – und da natürlich nur mit zugelassenen Programmen. Allerdings sollen die Nutzer die Möglichkeit haben, die Filter abzuschalten (alles andere wäre auch kaum verfassungskonform).</p>]]>
        <![CDATA[<p>Wobei ich mir sicher bin: da wird sicher irgendwer die Forderung aufstellen, dass die Blockade von „absolut unzulässigen Inhalten“ nicht abgeschaltet werden können soll.</p>
<p>Passend zum Thema: für das Magazin Tandenz der Beyerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) habe ich einen <a href="http://www.blm.de/magazin_tendenz/4_12_1_13/files/td4_12_e_paper_4_200dpi.pdf">Kommentar zum Jugendschutz</a> geschrieben – mit Gegenkommentar von Verena Weigand, der Leiterin der Stabsstelle der KJM.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote>
<h3>Jugendschutz im Netz: Sind die deutschen Bestimmungen ein Feigenblatt?</h3>
<p>Was ist wichtig im Jugendschutz? Aufklären und schützen. Doch sollte das eine nicht die Alternative des Anderen sein. Beides ist nötig – aber wie weit dürfen und sollen die gesetzlichen Vorgaben für den Jugendschutz in einem freiheitlich-demokratischen Staat gehen?</p>
<p>Deutschland hat in der gesamten westlichen Welt einmalig strenge Bestimmungen für den Jugendschutz im Internet. In den letzten Jahren hat der Gesetzgeber einige erfolgreiche Maßnahmen für den Jugendschutz im Internet auf den Weg gebracht, die dazu geführt haben, dass Kinder und Jugendliche heute nicht mehr zufällig auf jugendgefährdende Inhalte stoßen. Der Umkehrschluss ist klar: Jeder durchschnittlich intelligente 14-jährige kann gezielt unerwünschte Inhalte aufrufen, und ein großer Teil der Jugendlichen tut dies auch. Dagegen hilft kein Filterprogramm (Neudeutsch: Jugendschutzprogramm) und Gesetz – hier ist also Aufklärung gefragt. Diese Realität ist bedauerlich, aber es ist nur ehrlich zuzugeben, dass weder strengere Auflagen für die Webseitenbetreiber noch Filterprogramme, auch nicht solche, die durch die KJM „anerkannt“ werden, an dieser Realität etwas ändern. Wenn man also den forcierten Einsatz von Jugendschutzprogrammen als die Leitlinien der deutschen Jugendschutzpolitik begreift, dann sage ich: Ja, das ist ein Feigenblatt.</p>
<p>Dieser Eindruck vervollständigt sich, wenn man sich die beiden von der KJM anerkannten Programme näher anschaut. Zahlreiche Medienberichte zeigen, dass die hier eingesetzte Software fehlerhaft und vollkommen unzureichend ist. Schlimmer noch: Sie stammt aus dem direkten Umfeld der Erotik- und Unterhaltungsindustrie! Ziel der Hersteller ist mitnichten ein verbesserte Jugendschutz, sondern niedrigere Hürden bei der Verbreitung ihrer Inhalte, insbesondere von Erotikfilmen.&nbsp;</p>
<p>Wie soll man reagieren? Die Erfahrungen anderer Länder im Umgang mit unerwünschten Inhalten im Internet zeigen, dass eine wirklich effektive Filterung von Inhalten nicht möglich ist. China und der Iran haben dies bereits erkannt – ihre Reaktion darauf war die Schaffung inländischer Dienste und Inhalte, strengere gesetzliche Regelungen für die Betreiber und schließlich die schrittweise Abschaltung des Internets. Wer also unter Schutz versteht, dass es Kindern und Jugendlichen unmöglich gemacht werden sollte, an unerwünschte Inhalte zu gelangen, der muss verstehen: Das geht nur, wenn man das Internet abschaltet und ein „Deutschland-Net“ erschafft. Das kann keine sinnvolle Option sein.</p>
<p>Moderner Jugendschutz auf Basis unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung muss aufhören, das Internet als zweiten Fernseher zu begreifen und entsprechend &nbsp;regulieren zu wollen. Das Internet ist Zeitung, Stammtisch, Radio, Schwarzes Brett, Hörsaal, Shopping-Mall, Fernsehen, Spielplatz, Telefon, Schule und vieles mehr in einem, und doch immer anders. Wir brauchen daher eine moderne, medienadäquate Regulierung, die dem Charakter des Internets als Kommunikationsmedium gerecht wird und dessen Vielfalt erhält. Wir brauchen mehr kindgerechte Inhalte, die nicht nur als geistig degenerierendes Füllmaterial zwischen den Werbeblöcken daherkommen. Wir brauchen medienkompetente Eltern und Lehrer – sowie Kinder, die sich nicht zum bloßen Klickvieh deklassieren lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
</blockquote>]]>
    </content>
</entry>

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    <title>Open Data: Bundesregierung ignoriert Empfehlung der eigenen Experten</title>
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    <id>tag:blog.odem.org,2013://11.1187</id>

    <published>2013-02-07T16:42:10Z</published>
    <updated>2013-02-07T16:54:54Z</updated>

    <summary><![CDATA[In der Diskussion um Deutschlands ehemaliges „Open Data“ Portal, nun heißt es nur noch „GovData“, wurde schon einiges gesagt: Zusammenfassung bei heise online, Offener Brief, Stellungnahme Wikimedia, Kommentare bei E-Demokratie.org, Netzpolitik.org,&nbsp;beim Offenes Köln Blog usw.&nbsp; Bisher ist in der Diskussion...]]></summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    <category term="opendata" label="Open Data" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    
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        <![CDATA[<p>In der Diskussion um Deutschlands ehemaliges „Open Data“ Portal, nun heißt es nur noch „GovData“, wurde schon einiges gesagt: <a class="ext" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Lizenzstreit-ueberschattet-deutsches-Datenportal-1799991.html">Zusammenfassung bei heise online</a>, <a class="ext" href="http://not-your-govdata.de">Offener Brief</a>, <a class="ext" href="http://urheberrecht.wikimedia.de/2013/01/open-data-datenlizenz-bmi/">Stellungnahme Wikimedia</a>, Kommentare <a class="ext" href="http://www.e-demokratie.org/transparenz/open-data-lizenzmodell-des-bmi-fuhrt-zur-inhaltlichen-entwertung-des-begriffes-open-data/">bei E-Demokratie.org</a>, <a class="ext" href="https://netzpolitik.org/2013/konsequent-kein-open-data-portal-im-bund/">Netzpolitik.org</a>,&nbsp;<a class="ext" href="http://blog.offeneskoeln.de/2013/02/zur-govdata-plattform/">beim Offenes Köln Blog</a> usw.&nbsp;</p>
<p>Bisher ist in der Diskussion aber ein Aspekt nicht aufgetaucht: die Bundesregierung ignoriert mit der Entscheidung eine klare und einstimmige, Fraktions- und Sachverständigen-übergreifende Empfehlung der Internet-Enquete. Selbst die <a class="ext" href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20121126/18_Sitzung_2012-11-26_A-Drs_17_24_063_PGDUS_HE.pdf">gemeinsamen Handlungsempfehlungen</a> aus der Projektgruppe Demokratie und Staat sind da deutlich:</p>
<blockquote>
<p>„Die zuvor dargestellten Open-Data-Prinzipien der Sunlight-Foundation sollten berücksichtigt werden.“</p>
<p><small>(Zeile 418f der <a class="ext" href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20121126/18_Sitzung_2012-11-26_A-Drs_17_24_063_PGDUS_HE.pdf">Handlungsempfehlungen der Projektgruppe Demokratie und Staat</a>; Thema Open Data insgesamt ab Zeile 390)</small></p>
</blockquote>
<p>Genau diese Prinzipien wurden nicht berücksichtigt.</p>
<p>Zwar gehen&nbsp;<a class="ext" href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20121126/18_Sitzung_2012-11-26_A-Drs_17_24_061_PGDUS_HE_altern_Informationsfreiheit-SPD_Grue_Li.pdf">unsere Handlungsempfehlungen</a> noch darüber hinaus, aber schon die gemeinsamen Empfehlungen sind in dem Punkt eindeutig.&nbsp;</p>]]>
        
    </content>
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    <title>Das Immunsystem der digitalen Gesellschaft</title>
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    <id>tag:blog.odem.org,2013://11.1179</id>

    <published>2013-02-02T19:42:02Z</published>
    <updated>2013-02-06T09:02:14Z</updated>

    <summary>Spiegel Online titelt gerade, dass die EU-Kommission ihre geplante Meldepflicht für „Hackerangriffe“ nun konkretisiert und auch das Bundesinnenministerium schon entsprechende Pläne habe. In der Internet-Enquête haben wir eine ganze Reihe von Vorschlägen in diese Richtung gemacht, die allerdings von der...</summary>
    <author>
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    <category term="sicherheit" label="Sicherheit" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    
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        <![CDATA[<p><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/eu-kommission-44-000-firmen-trifft-meldepflicht-fuer-hackerangriffe-a-881145.html" class="ext">Spiegel Online titelt gerade</a>, dass die EU-Kommission ihre geplante Meldepflicht für „Hackerangriffe“ nun konkretisiert und auch das Bundesinnenministerium schon entsprechende Pläne habe. In der Internet-Enquête haben wir eine ganze Reihe von Vorschlägen in diese Richtung gemacht, die allerdings von der Koalition abgelehnt wurden und daher nur als Sondervotum auftreten – die Sondervoten sind aber oft sowieso viel interessanter, weil sie eben nicht auf Druck der Koalition entstanden sind.</p>
<p>Hier der Kern unserer Vorschläge zu Internet-Sicherheit:</p>]]>
        <![CDATA[<blockquote>
<h3>IT-Sicherheit: Schaffung eines Immunsystems der digitalen Gesellschaft</h3>
<p>Sicherheitsl&uuml;cken in Soft- und Hardware k&ouml;nnen nie g&auml;nzlich ausgeschlossen werden. Mit geeigneten modernen Methoden der Software-Entwicklung und Qualit&auml;tskontrolle k&ouml;nnen diese aber hinsichtlich Anzahl und Schwere durchaus eingeschr&auml;nkt werden. Dies kostet allerdings Zeit und Geld, ohne dass der Kunde direkt neue Funktionen in der Software bemerkt. Der Anreiz, in Sicherheit zu investieren, ist daher f&uuml;r viele Hersteller gering.</p>
<p>In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Trend durchgesetzt, den zunehmenden Bedrohungen mit Versch&auml;rfungen des Strafrechts zu begegnen. Die stetig wachsende Zahl an Angriffen zeigt jedoch, dass die Bedrohung damit nicht reduziert werden konnte.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund h&auml;lt es die Enquete-Kommission f&uuml;r geboten, ein &bdquo;Immunsystem der digitalen Gesellschaft&ldquo; aufzubauen. Dazu geh&ouml;rt sowohl Anreize f&uuml;r die Erstellung sicherer Software zu schaffen als auch den Druck zur schnellen Behebung von Sicherheitsl&uuml;cken weiter zu erh&ouml;hen. Angriffe und L&uuml;cken m&uuml;ssen daher schnellstm&ouml;glich identifiziert sowie gegen&uuml;ber potenziell Betroffenen kommuniziert und behoben werden. Zugleich muss gegen&uuml;ber staatlichen Stellen - deren Aufgabe die Aufrechterhaltung der &ouml;ffentlichen Sicherheit und Ordnung ist -, angezeigt werden, wenn Kritische Infrastrukturen betroffen sein k&ouml;nnten.&nbsp;</p>
<p>Viele Angriffe auf informationstechnische Systeme oder Sicherheitsl&uuml;cken werden nicht bekannt. Dadurch k&ouml;nnen andere Nutzer der gleichen Software ihre Systeme nicht vor Angriffen sch&uuml;tzen. Von zunehmender Bedeutung ist zudem der Schutz von Cloud-Diensten, denn diese stellen f&uuml;r Angreifer attraktive Ziele dar, da hier oft eine Vielzahl von unterschiedlichsten Daten gespeichert werden. Um so wichtiger ist es, dass die Betroffenen &uuml;ber IT-Sicherheitsprobleme des jeweiligen Dienstleisters informiert werden, um ihren IT-Sicherheitsschutz enstsprechend anpassen zu k&ouml;nnen. Die Enquete-Kommission empfiehlt dem Deutschen Bundestag deshalb&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<ol>
<li>eine Regelung zu schaffen, die eine grunds&auml;tzliche Meldepflicht von bekanntgewordenen und hinsichtlich ihres Gefahrenpotentials n&auml;her zu definierenden und differenzierenden Angriffen auf staatliche und private Stellen an das Bundesamt f&uuml;r Sicherheit in der Informationstechnik (im folgenden BSI genannt) beinhaltet &ndash; eine solche Meldepflicht ist zwingend zur Verbesserung des Lagebildes erforderlich.&nbsp;</li>
<li>das BSI gesetzlich zur Ver&ouml;ffentlichung dieser Angriffe zu verpflichten. Dabei kann eine Ver&ouml;ffentlichung grunds&auml;tzlich anonym erfolgen; eine anonyme Nutzung ist angezeigt, um zu verhindern, dass angegriffene Unternehmen durch diese Meldungen einen erheblichen Vertrauensverlust erleiden und aus diesem Grunde die Meldepflicht zu umgehen versuchen.</li>
<li>zu den Ausf&uuml;hrungen unter Punkt 2 sind schnellstm&ouml;glich Erhebungen &uuml;ber weitere erforderliche personelle und finanzielle Ressourcen im BSI erforderlich .</li>
<li>Anbieter von Cloud-Diensten sollten dar&uuml;ber hinaus verpflichtet werden, ihre Kunden &uuml;ber erkannte Angriffe zu informieren, damit diese ihren Schutz entsprechend anpassen k&ouml;nnen.</li>
<li>eine gesetzliche Regelung zu schaffen, die Soft- und Hardware-Hersteller verpflichtet, ihnen bekannt gewordene Sicherheitsl&uuml;cken ihrer Software gegen&uuml;ber dem BSI unmittelbar nach Bekanntwerden anzuzeigen.&nbsp;</li>
<li>eine gesetzliche Regelung zu schaffen, nach der alle &ouml;ffentlichen Stellen und Beh&ouml;rden verpflichtet werden, ihnen bekannt gewordene Sicherheitsl&uuml;cken unmittelbar an das BSI zu melden.</li>
<li>den verst&auml;rkten Einsatz freier Software und offener Formate f&ouml;rdert, die nachweislich eine verminderte Vulnerabilit&auml;t gegen&uuml;ber IT-Angriffen mit sich bringt</li>
</ol>
<p>Entdecker von Sicherheitsl&uuml;cken stehen oftmals vor dem Problem, dass sie entweder g&auml;nzlich ignoriert oder mit zivil- oder strafrechtlichen Verfahren bedroht werden, wenn sie ihre Entdeckung beispielsweise an den Hersteller einer Software oder Betreiber einer Internet-Anwendung melden. Daher unterlassen viele solche Meldungen. Dies sorgt daf&uuml;r, dass bestehende Sicherheitsl&uuml;cken nicht gestopft und von Kriminellen ausgenutzt werden k&ouml;nnen, beispielsweise wenn Informationen &uuml;ber L&uuml;cken auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Enqu&ecirc;te-Kommission dem Deutschen Bundestag</p>
<ol start="8">
<li>eine beim BSI angegliederte Meldestelle einzurichten, bei der jeder (auf Wunsch anonym oder pseudonymisiert) Meldungen &uuml;ber Sicherheitsl&uuml;cken einreichen kann, ohne Konsequenzen bef&uuml;rchten zu m&uuml;ssen.</li>
<li>Zu pr&uuml;fen, ob und in welchem Umfang die zur Bearbeitung der Meldungen entsprechenden personellen und finanziellen Ressourcen des BSI aufgestockt werden m&uuml;ssen.&nbsp;</li>
<li>eine Weiterleitung der Meldungen an die jeweils verantwortlichen Hersteller durch die Meldestelle festzuschreiben und die Behebung der Sicherheitsl&uuml;cken zu &uuml;berpr&uuml;fen.</li>
<li>eine gesetzliche Regelung zu schaffen, die Sicherheitsforscher und Entdecker von Sicherheitsl&uuml;cken vor straf- und zivilrechtlicher Verfolgung sch&uuml;tzt, wenn diese sich verantwortungsvoll verhalten.&nbsp;</li>
<li>eine gesetzliche Regelung zu schaffen, die interne und externe Personen sch&uuml;tzt, die Sicherheitsl&uuml;cken offenlegen (Whistleblowerschutz).</li>
</ol>
<p>Es gibt immer wieder F&auml;lle, in denen die Hersteller von Betriebssystemen, Anwendungsprogrammen oder weiterer Software auch Jahre nach Kenntnis von Sicherheitsl&uuml;cken diese weder beheben noch ver&ouml;ffentlichen. W&auml;hrend dieser Zeit k&ouml;nnen diese L&uuml;cken von Kriminellen ausgenutzt werden, ohne dass die betroffenen Anwender die M&ouml;glichkeit zur Umgehung des Problems haben. Es ist daher f&uuml;r die Gesellschaft n&uuml;tzlich, wenn Sicherheitsl&uuml;cken der Allgemeinheit bekannt werden: Jeder hat dann die M&ouml;glichkeit, Schutzma&szlig;nahmen zu ergreifen. Zudem steigt der Druck auf den Hersteller, das Problem tats&auml;chlich zu beheben.&nbsp;</p>
<p>Daher empfiehlt die Enqu&ecirc;te-Kommission dem Deutschen Bundestag</p>
<ol start="13">
<li>eine gesetzliche Regelung zu schaffen, nach der das BSI verpflichtet wird, nach einer Frist von 30 Tagen nach Meldung an den Hersteller, die L&uuml;cke, Details dazu und M&ouml;glichkeiten zur Beseitigung oder Umgehung des Problems zu ver&ouml;ffentlichen (&bdquo;Full Disclosure&ldquo;). Diese Frist kann in schwierig zu behebenden F&auml;llen auf Antrag bis zu zwei mal um jeweils 30 Tage verl&auml;ngert werden.</li>
</ol>
<p>F&uuml;r viele Hersteller ist Sicherheit nur ein Kostenfaktor, der sich nicht in einem h&ouml;heren Umsatz niederschl&auml;gt. Um den &ouml;konomischen Anreiz f&uuml;r sichere Software zu steigern empfiehlt die Enqu&ecirc;te-Kommission dem Bundestag</p>
<ol start="14">
<li>zu pr&uuml;fen, wie Anbieter gegebenfalls auch gesetzlich verpflichtet werden k&ouml;nnten, IT-Sicherheit st&auml;rker in die Produkte zu implementieren. Dies kann beispielsweise durch Produkthaftungsregelungen oder eine Beweislastregelung bef&ouml;rdert werden.&nbsp;</li>
</ol>
<p>Des Weiteren empfiehlt die Enqu&ecirc;te-Kommission dem Bundestag</p>
<ol start="15">
<li>eine gesetzliche Regelung zu schaffen, die seitens der Provider ab einer relevanten Gr&ouml;&szlig;e eine Erreichbarkeit gegen&uuml;ber dem BSI an sieben Tagen in der Woche f&uuml;r 24 Stunden gew&auml;hrleistet.&nbsp;</li>
<li>eine Regelung zu schaffen, die sicherstellt, dass f&uuml;r IT-Projekte der &ouml;ffentlichen Hand von Beginn an Risiko- und Bedrohungsmodelle (Thread Model) erstellt werden. Dazu geh&ouml;rt ein effizientes Konzept zur sicheren Entwicklung sowie eines sicheren Lebenszyklus f&uuml;r die Software. Diese sollen &ouml;ffentlich zug&auml;nglich sein, so dass sie von unabh&auml;ngiger Seite begutachtet werden k&ouml;nnen. Dadurch fallen potentielle Risiken fr&uuml;hzeitig auf und durch die &Ouml;ffentlichkeit wird es erschwert, angebrachte Ma&szlig;nahmen nicht durchzuf&uuml;hren.</li>
<li>unter dem IT-Sicherheitsaspekt ist auch das &bdquo;Dilemma&ldquo; zwischen Wettbewerb und Sicherheit zu pr&uuml;fen: Einige Anbieter schotten ihre Produkte oder Marktpl&auml;tze ab und errichten hohe Barrieren, w&auml;hrend andere Anbieter ihre Produkte und Marktpl&auml;tze f&uuml;r den Wettbewerb &ouml;ffnen,. Sicherheitsaspekte d&uuml;rfen nicht Vorwand f&uuml;r die Abschottung gegen&uuml;ber dem Wettbewerb sein. Darum sind Initiativen zu f&ouml;rdern, die IT-Sicherheit mit offenen Plattformen und offener Software verbinden.&nbsp;</li>
</ol>
<p>Dar&uuml;ber hinaus empfiehlt die Enqu&ecirc;te-Kommission:&nbsp;</p>
<ol start="18">
<li>im Bereich des Informatik-Studiums und der Ausbildung verst&auml;rkt den Bereich der Sicherheit und sicherer Software-Entwicklung zu beachten.</li>
</ol>
<p>Die bei Mobiltelefonen genutzte GSM-Verschl&uuml;sselung kann nicht mehr als sicher angesehen werden, seit sie 2009 kompromittiert und erfolgreiche Angriffe dokumentiert wurden. Mittlerweile steht f&uuml;r Wirtschaftsspionage oder den Bruch der Privatsph&auml;re der Nutzerinnen und Nutzer von Mobiltelefonen einfach einzusetzende Software zur Verf&uuml;gung.</p>
<p>Die Enquete-Kommission fordert die Bundesregierung daher auf,&nbsp;</p>
<ol start="19">
<li>bei den deutschen Unternehmen und insbesondere bei den Mitgliedern der GSM Association darauf zu dr&auml;ngen, dass im Rahmen der GSM Association schnellstm&ouml;glich ein neuen Standard f&uuml;r ein sicheres Verschl&uuml;sselungsverfahren auf den Weg gebracht wird.</li>
</ol></blockquote>
<p>&nbsp;</p>

<p>Unsere kompletten Handlungsempfehlungen zum Bereich Sicherheit finden sich hier: <a href="http://blog.odem.org/2013/02/02/PG-Zugang--HE-Schluss.pdf">PG-Zugang--HE-Schluss.pdf</a>. Und hier <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20130114/19_Sitzung_2013-01-14_PGZuStrSi_Zwischenbericht.pdf" class="ext">das gesamte Dokument der Projektgruppe Zugang, Struktur, Sicherheit</a>.</p>
<p>Da in der Enquête-Kommission nur solche Texte eine Mehrheit finden, die von der Regierungs-Koalition abgesegnet wurden, sind oftmals die Sondervoten – in denen dann die Sachverständigen frei sind – die viel interessanteren Texte. Und dem Bundestag steht es, vor allem in zukünftiger Zusammensetzung, natürlich frei, auch den Sondervoten zu folgen, zumal die mehrheitlich beschlossenen Empfehlungen teilweise sehr seicht sind. Von daher sind sie durchaus nicht viel weniger wert als die Mehrheitsvoten.</p>

<p>&nbsp;</p>]]>
    </content>
</entry>

<entry>
    <title>Fast drei Jahre Netzpolitik im Bundestag</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://blog.odem.org/2013/01/abschluss-der-eidg.html" />
    <id>tag:blog.odem.org,2013://11.1173</id>

    <published>2013-01-28T12:00:32Z</published>
    <updated>2013-01-28T12:55:39Z</updated>

    <summary>Heute ist die letzte Sitzung der „Enquete-Komission Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages. Fast drei Jahre durfte ich mit 16 weiteren Sachverständigen und 17 Abgeordneten (diese zzgl. Stellvertreter) über Netzpolitik diskutieren. Zum Abschluss hatte jeder Sachverständige noch die Gelegenheit,...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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        <![CDATA[<p>Heute ist die letzte Sitzung der „Enquete-Komission Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages. Fast drei Jahre durfte ich mit 16 weiteren Sachverständigen und 17 Abgeordneten (diese zzgl. Stellvertreter) über Netzpolitik diskutieren. Zum Abschluss hatte jeder Sachverständige noch die Gelegenheit, seine persönliches Fazit im Bericht zu ziehen.</p>
<p>Meins ist hier – und im <a class="ext" href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20130128/20_Sitzung_2013-01-28_Entwurf_Schlussbericht_ergaenzt.pdf">Schlussbericht der #eidg</a> ab Zeile 1499 auf Seite 52; ich könnte natürlich noch weitaus mehr sagen, aber fürs erste reicht das mal:</p>]]>
        <![CDATA[<blockquote>
<p><span style="font-weight: bold;">Welche Ihrer Erwartungen an die Arbeit in der Kommission haben sich erfüllt, welche nicht?</span></p>
<p><span>„Ich hatte keine überzogenen Erwartungen an die Internet-Enquete, freue mich aber, das eindeutig klar wurde: Netzpolitik ist kein Stiefkind mehr. Das ist sicher ein Verdienst der Enquete. Internet-Themen sind im Politikbetrieb angekommen und betreffen wichtige gesellschaftspolitische Fragen. Man kann diese Fragen und die Meinungen der Experten nicht mehr ignorieren, wie es noch vor der letzten Bundestagswahl oder auch noch vor Einsetzung der Enquete der Fall war.&nbsp;</span></p>
<p><span>Wir haben es allerdings nicht ausreichend geschafft, die Öffentlichkeit wirklich umfassend zu informieren und in die Arbeit der Kommission einzubeziehen. Da haben wir zu wenig gemacht. Ich sehe das durchaus selbstkritisch: ursprünglich wollte ich regelmässig über meine Arbeit in der Enquete berichten. Zwar gab es ein offizielles Enquete-Blog, aber leider wurde das das von den Mitgliedern zu wenig genutzt, häufig vor allem dann, wenn es etwas zu kritisieren gab.</span></p>
<p>Meist blieb mir aber auch wenig Zeit - die habe ich dann lieber in die Textarbeit für die Projektgruppen investiert, und nebenher musste ich schließlich noch Geld verdienen.</p>
<p><span>Als Freiberufler habe ich ja keine Mitarbeiter, die mich hätten unterstützen, die Texte schreiben und Sitzungen vorbereiten können. Es ist schwer, etwas quasi ehrenamtlich zu leisten, was eigentlich den Umfang eines Vollzeitjobs hat.&nbsp;</span></p>
<p><span>Die Erwartungshaltung der Netzszene war manchmal anstrengend. Viele dachten, der Auftrag der Enquete sei es, sich mit tagespolitischen Themen zu beschäftigen - und es gab während der Laufzeit der Kommission durchaus wichtige aktuelle Fragen wie ACTA oder die anfangs noch nicht zu Ende diskutierte Netzsperren-Debatte. Jedoch standen solche Themen höchstens am Rande auf unserer Agenda. Trotzdem wurden sie bis zum Ende unserer Arbeit weitgehend sinnvoll gelöst, mit Ausnahme des Leistungsschutzrechts für Presseverleger. Unser Auftrag war aber ein anderer und betraf im Wesentlichen die großen, übergreifenden und langfristigen Linien der Netzpolitik. Es war manchmal schwierig, das auseinanderzuhalten.</span></p>
<p><span>Leider war die Zeit insbesondere am Ende sehr knapp. Die letzten Projektgruppen hatten nur wenige Wochen und wenige Sitzungen zur Verfügung, was sich an der einen oder anderen Stelle in der Qualität niederschlägt. Wir hätten uns vor allem bei den Handlungsempfehlungen mehr Zeit nehmen sollen. Ich hoffe aber, dass die Lücken von dem einstimmig empfohlenen ständigen Ausschuss Internet und digitale Gesellschaft und dem angeregten wissenschaftlichen Beirat aufgearbeitet werden können.</span></p>
<p><span>Nicht erfüllt hat sich meine Hoffnung, dass wir weitgehend als ein unabhängiges Expertengremium agieren, das Positionen und Empfehlungen unabhängig von den Meinungen der einzelnen Fraktionen vertritt. Dies hat sich vor allem gegen Ende als Illusion erwiesen: So wurden Handlungsempfehlungen, die nicht von der Koalition eingebracht wurden, in den Projektgruppen meist erst gar nicht diskutiert. Die Koalition hatte das Abstimmungsverhalten der von ihr benannten Sachverständigen erstaunlich gut im Griff. Dies führte zu der enttäuschenden Situation, dass in einigen Fällen selbst fachliche Fehler im Bericht nicht korrigiert wurden, wenn der entsprechende Antrag von den falschen Leuten gestellt wurde. Schade ist auch, dass das ursprünglich geplante Gutachten der Projektgruppe Urheberrecht doch nicht zustande kam.</span></p>
<p><span>Auf der anderen Seite hat sich meine Hoffnung erfüllt, dass wir meist konstruktive Diskussionen geführt haben. Wir konnten feststellen, dass auf den ersten Blick konträre Positionen manchmal gar nicht so weit auseinander lagen, sondern oft nur aufgrund eines anderen Blickwinkels oder Schwerpunkts entstanden. Insbesondere die Projektgruppensitzungen waren zu weiten Teilen sehr konstruktiv, was sich auch an den weitgehend umfangreichen und hochwertigen Bestandsaufnahmen zeigt.“&nbsp;</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span><strong>Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?</strong></span></p>
<p><span>„Zunächst einmal: Ich werde die Enquete-Arbeit vermissen. Ich habe dabei sehr viel gelernt, und das hat Spaß gemacht.</span></p>
<p><span>Ich habe zum Beispiel gesehen, wie man gemeinsam zu guten, politisch wichtigen Ergebnissen kommt. Dies hat in vielen Arbeitsgruppen gut geklappt, vor allem wenn keine bereits besetzten politischen Positionen betroffen waren. Es ist mir an der ein oder anderen Stelle auch gelungen, Kompromisse zu finden oder als eine Art Übersetzer zwischen der Netzcommunity und der Politik zu wirken. In Richtung Parlament hat das gut funktioniert, in die andere Richtung manchmal weniger. In der Internet-Community wurde meine Arbeit in der Kommission teilweise sehr skeptisch wahrgenommen, weil befürchtet wurde, ich könnte zu viele Kompromisse eingehen und mich von der SPD vereinnahmen lassen. Meistens war es aber eher so, dass ich die Fraktion mit Fach- und Hintergrundwissen überzeugen konnte, wenn denn überhaupt unterschiedliche Meinungen auftraten. Was die meisten außerhalb des Politikbetriebes nicht verinnerlicht haben ist, dass man Alternativen und Hintergründe aufzeigen muss, wenn man etwas ablehnt. So haben wir es bei den Internet-Sperren gemacht, und es hat funktioniert.</span></p>
<p><span>Eine Besonderheit bei der Netzpolitik ist, dass man anders als bei anderen Themen oft tatsächlich nur zu einer möglichen Lösung kommt, wenn man die Sache ganz zu Ende denkt. Das tun viele nicht, oder sie können es mangels Fachwissen nicht. Das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist so ein Fall. Jeder, der sich näher mit dem Thema beschäftigt, kommt irgendwann zu dem Schluss, dass es in allen diskutierten Formen keinen Sinn ergibt, egal welcher Partei er oder sie angehört. Aber es wird trotzdem durchgesetzt, weil die Netzpolitiker in einigen Parteien noch immer nicht ausreichend gehört werden.&nbsp;</span></p>
<p><span>Ich konnte auch lernen, wie die öffentliche Aufmerksamkeit und Berichterstattung der Presse funktioniert: Wenn wir uns um Verfahrenstricks gestritten haben, wurde darüber berichtet und diskutiert. Als die Koalition die Bürgerbeteiligung gestoppt hat, wurde berichtet. Als wir es geschafft haben, sie wieder einzusetzen, wurde nur vereinzelt berichtet. Auch die zahlreichen konstruktiven Diskussionen, ausführlichen Expertenanhörungen oder Ergebnisse wurden wenig wahrgenommen – sie sind unter dem Strich ja auch weniger spannend als polarisierende Diskussionen. Ich weiß, dass dies zur medialen und journalistischen Logik gehört, aber ich finde es schade. Denn dadurch wurde unter dem Strich einfach ein unzutreffendes Bild von der Arbeit der Enquete-Komission in der Öffentlichkeit gezeichnet.&nbsp;</span></p>
<p><span>Das betrifft natürlich nicht nur unsere Arbeit, sondern viele politische Themen sowie natürlich auch die Parteien, aber ich habe jetzt persönlich erlebt, wie sehr dies den Blick auf die wesentlichen Sachverhalte verstellen kann. Es ist normal, dass man in einem politischen Gremium auch mal streitet und unterschiedliche Meinungen auftreten. Streit war in der Enquete-Kommission aber kein Dauerzustand.</span></p>
<p><span>Ich habe auch gesehen, wie langsam die politischen Prozesse sind. Sorgfalt geht eben vor Schnelligkeit, und das finde ich gut. Damit ist unsere Demokratie die letzten 60 Jahre sehr gut gefahren, und es gibt keinen Grund, das zu ändern, nur weil das Internet ein schnelles Medium ist. Es heißt, wir seien die Enquete mit der kürzesten Laufzeit und den meisten Texten. Unsere Zeitknappheit am Ende hat aber gezeigt: Uns hätte mehr Zeit und mehr Langsamkeit gut getan. Man muss die Dinge eben so lange ausdiskutieren, bis ein gutes Ergebnis vorliegt.&nbsp;</span></p>
<p><span>Durch die Arbeit in der Enquete-Kommission ist mir auch deutlich geworden, wie wichtig gute Mitarbeiter in den Fraktionen, bei den Abgeordneten, im Sekretariat und in der gesamten Verwaltung sind. Diese machen die Hauptarbeit im Hintergrund. Ohne die fleißigen Helfer würden den Abgeordneten viele Entscheidungen wohl noch schwerer fallen und es wäre aufgrund der Breite der Themen keine sinnvolle Arbeit möglich. &nbsp;</span></p>
<p>Die Zusammenarbeit mit der SPD-Fraktion, die mich benannt hatte, fand ich sehr positiv. Wir Sachverständige wurden dort sehr ernst genommen, wurden in Entscheidungen voll einbezogen, durften an allen Vorbereitungssitzungen teilnehmen, hatten Rederecht wie die Abgeordneten und waren in den Abstimmungen frei. Ich habe nie an die Klischees von faulen Politikern geglaubt, aber jetzt konnte ich mit eigenen Augen sehen, dass im Parlament Zwölfstundentage die Regel sind. Die Abgeordneten nehmen ihre Aufgaben sehr ernst und das ist meist mit harter Arbeit verbunden. Die meisten sind auch sehr lernbereit und -fähig, um am Ende sinnvolle Entscheidungen fällen zu können.“&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span><strong>Was sind für Sie die wichtigsten Ergebnisse der Enquete?&nbsp;</strong></span></p>
<p><span>„Wie ich schon sagte: Netzpolitik wird inzwischen ernst genommen. Das zeigt sich auch in der meines Erachtens wichtigsten Handlungsempfehlung, bei der wir einstimmig für einen ständigen Ausschuss zum Thema Internet und digitale Gesellschaft votiert haben. Indirekt wird so ja auch ein Ministerium oder zumindest eine Staatsministerin oder ein Staatsminister gefordert, die/der sich spiegelbildlich auf Regierungsseite mit Netzthemen befasst. Wenn das so umgesetzt wird, haben wir etwas Bleibendes geschaffen.</span></p>
<p><span>Zu den wichtigsten Ergebnissen gehört auch die breite Bürgerbeteiligung, die wir trotz Widerstand aus Teilen der Verwaltung und dem konservativen Teil des Parlaments durchsetzen konnten. Es war das erste Mal, dass der Deutsche Bundestag eine derart umfangreiche Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt hat und das kann auf jeden Fall als Erfolg gelten. Darin steckt noch viel Potenzial, es verlangt aber auch eine noch weitergehende Transparenz, angepasste Arbeitsabläufe und eingeplante Zeit. Wir haben es leider oft nur geschafft, fertige Berichtsteile zur Diskussion zu stellen. Dabei sollte die Beteiligung nicht erst zum Ende einsetzen, sondern möglichst früh um beispielsweise Probleme und Lösungswege in den Diskussionsprozess zu tragen. Sie kann eine gute Ergänzung zum parlamentarischen Betrieb darstellen. Mit steigender Erfahrung wird die Bürgerbeteiligung immer besser gelingen.</span></p>
<p><span>Als positives Ergebnis kann man zudem sehen, dass die weitgehend große Transparenz der Enquete-Kommission keineswegs geschadet hat, auch wenn das Interesse der Öffentlichkeit an den teils umfangreichen und manchmal kleinteiligen Diskussionen oft gering war.</span></p>
<p><span>Auch bei einzelnen Themen haben wir im Detail wichtige Punkte deutlich gemacht, selbst in den Sondervoten. Generell sollte man die Sondervoten lesen, da dort die teilweise klareren und deutlicheren Empfehlungen stecken. Dazu gehört zum Beispiel, dass gute Lernkonzepte nötig sind, wenn man das digitale Klassenzimmer umsetzt. Oder die Empfehlung für einen Paradigmenwechsel bei der Onlinesicherheit, der dahin geht, dass Sicherheitslücken offengelegt werden müssen, damit sie schnell behoben werden können, statt sie geheim zu halten und zu hoffen, dass niemand sie findet. Wir brauchen dringend ein „Immunsystem der digitalen Gesellschaft“, und das ist effektiver, als noch einen ,Hackerparagraf‘ zu erfinden. Weiterhin haben wir teils breite Bekenntnisse zur Netzneutralität, gegen Internet-Sperren sowie für Freie und Open Source Software erreicht.&nbsp;</span></p>
<p><span>Die Konfliktlinien traten erwartungsgemäß bei der Frage auf, wie transparent der Staat sein muss oder ob es eher die Bürger sein sollten, die offen und mit Realname ihre Meinung zu äußern haben. Auch in den Bereichen Datenschutz, Verbraucherschutz, Netzneutralität und Urheberrecht kamen teils fundamental unterschiedliche Meinungen auf, dennoch konnten wir uns meist auf einen gemeinsamen Sachstandsbericht einigen.</span></p>
<p><span>Die Suche nach dem besten Ergebnis hat manchmal ihre Grenzen gefunden, wenn es um die Parteilinien ging. Da wurde dann eine imaginäre Linie gezogen, und man kam nicht weiter. Die Arbeit in der Enquete war oft sehr nach Fraktionen polarisiert. Und das hat sich natürlich auch auf die Sachverständigen ausgewirkt. Da hätte ich mir gewünscht, dass wir Sachverständigen uns nicht so sehr von der Politik hätten eingrenzen und in Lager pressen lassen. Es gab Versuche, sich untereinander mehr auszutauschen, aber das hätte besser geklappt, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten.“</span></p>
<p><span><strong></strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
</blockquote>]]>
    </content>
</entry>

<entry>
    <title>Freie Software oder Open Source?</title>
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    <published>2013-01-11T18:13:17Z</published>
    <updated>2013-03-12T20:22:54Z</updated>

    <summary><![CDATA[Gestern hatte ich über die&nbsp;Handlungsempfehlungen bzgl. Standards und Freie Software in der Enquête berichtet. Wer sich nun den Entwurf des Gesamtberichts der Projektgruppe auf der Bundestags-Webseite anschaut wird feststellen, dass dort sehr viele kleine Änderungsanträge von der SPD-Fraktion und mir...]]></summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://blog.odem.org/">
        <![CDATA[<p>Gestern hatte ich über die&nbsp;<a class="ext" href="http://blog.odem.org/2013/01/he-freie-software.html">Handlungsempfehlungen bzgl. Standards und Freie Software</a> in der Enquête berichtet. Wer sich nun den <a class="ext" href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20130114/19_Sitzung_2013-01-14_PGISF_Zwischenbericht.pdf">Entwurf des Gesamtberichts der Projektgruppe auf der Bundestags-Webseite</a> anschaut wird feststellen, dass dort sehr viele kleine Änderungsanträge von der SPD-Fraktion und mir stehen.</p>
<p>Dies liegt nicht daran, dass wir dauernd eine andere Meinung vertreten als die anderen Fraktionen und Sachverständigen, sondern daran, dass wir in der Projektgruppe nicht genügend Zeit hatten alle Texte final zu bearbeiten. Einige Textteile hat das Sekretariat dankenswerter Weise zum Ende noch verfasst, und es war sehr wenig Zeit diesen Texten zuzustimmen. Ich hatte an einigen Stellen noch fachliche Anmerkungen (fristgerecht) eingereicht, die aber nicht alle übernommen wurden. Die sind nun als Änderungsanträge, denen sich die SPD-Fraktion angeschlossen hat, im Dokument. Daher tauchen diese nun sehr kleinteilig als Änderungsanträge im Bericht auf. Da sie im Wesentlichen nur Fehler oder Unklarheiten beseitigen und keine Meinungen betreffen hoffe ich auf eine breite Zustimmung der Kommission.&nbsp;</p>
<p>Einen größeren Text habe ich gestern Abend noch eingereicht.&nbsp;</p>]]>
        <![CDATA[<p>Er betrifft&nbsp;Geschichte, Motivation und Philosophie Freier Software bzw. Open Source – zu dem Bereich konnten wir uns in der Projektgruppe bisher noch nicht auf einen gemeinsamen Text verständigen. Da der vorhandene Text m.E. einige Fehler und Unklarheiten enthält sowie nicht den Unterschied und Konflikt zwischen den Begriffen „Freie Software“ und „Open Source“ herausarbeitet, habe ich einen eigenen Text verfasst. Ich habe in hier mal rein kopiert (im Gesamt-Antrag sind noch einige weitere Änderungsanträge enthalten).</p>
<blockquote>
<p><em>[Zum besseren Verständnis ergänze ich noch das Kapitel davor, dass von der ganzen Kommission gemeinsam getragen wird.]</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Freie Software steht für Software, die Nutzerinnen und Nutzern eine Reihe von Freiheiten einräumt. Das Wort ‚frei‘ ist hier im Sinne von ‚Freiheit‘ und nicht von ‚kostenlos‘ zu verstehen. Freie Software definiert sich durch folgende vier Freiheiten:</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li><em>Die Freiheit, das Programm für jeden Zweck zu verwenden.</em></li>
<li><em>Die Freiheit, das Programm zu untersuchen und an die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Die Offenlegung des Quellcodes ist dafür unabdingbar.</em></li>
<li><em>Die Freiheit, Kopien des Programms weiterzugeben.</em></li>
<li><em>Die Freiheit, das Programm zu verändern und diese veränderte Version zu veröffentlichen. Die Offenlegung des Quellcodes ist dafür unabdingbar.</em></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Bei den vier Freiheiten handelt es sich um Rechte und nicht um Pflichten. Es gibt Anwenderinnen und Anwendern die Möglichkeit, völlig frei zu entscheiden, was sie mit einem Programm machen und mit wem sie dieses teilen. Es verpflichtet ihn aber nicht zur Ausübung einer oder mehrerer der genannten Freiheiten. Freie Software kann immer auch kommerziell entwickelt und vertrieben werden.</em></p>
<p><em>Das Gegenteil von Freier Software ist proprietäre oder unfreie Software, welche den Endnutzern nicht die Möglichkeit bietet, die Software beliebig anzupassen beziehungsweise zu verändern und weiterzugeben. Bei freier Software verzichtet der Urheber auf einige der ihm zustehenden Rechte, wie das alleinige Recht der Bearbeitung und Veröffentlichung. Lizenzen Freier Software räumen den Nutzern also mehr Rechte ein. Bei Lizenzen proprietärer Software stehen hingegen vor allem die Rechte des Entwicklers und Vertriebs im Vordergrund.</em></p>
<p><em>Nicht zu verwechseln ist Freie Software mit Freeware. Unter dieser Bezeichnung ist Software bekannt, die kostenlos verteilt wird, aber in der Regel den Anwendern nicht die oben genannten Freiheiten einräumt.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>[Ab hier folgt das Sondervotum.]</em></p>
<p><strong>3.1.1 Geschichte, Motivation und Philosophie </strong></p>
<p>Der Begriff Freie Software und dessen Unterscheidung zu proprietärer Software wurde von Richard Stallman und der Free Software Foundation (FSF) geprägt.[1] Vorausgegangen war ein Wandel in der Art, wie Software entwickelt, verbreitet und verwendet wurde:</p>
<p>Bis Ende der 1960er Jahre wurde beim Kauf eines Computers die dazugehörige Software von den Hardware-Herstellern kostenlos und inklusive Quellcode zur Verfügung gestellt. In den 1960er Jahren entwickelte sich an amerikanischen Universitäten wie Stanford oder dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) eine so genannte „Hacker-Kultur“ – Programmierer verbesserten Software, teilten ihren Quellcode und tauschten ihr Wissen untereinander aus.[2] Es entstand „eine Kultur der gegenseitigen Hilfe und des freien Austausches“[3] von Computerprogrammen.</p>
<p>In den 1970ern änderten viele Firmen diese Praxis und beanspruchten urheberrechtlichen Schutz für Software in Verbindung mit der Einführung von Lizenzverträgen. Während Wartung und Weiterentwicklung von Software bisher eine kostenfreie Dienstleistung war, wurde sie nun zu einem Wirtschaftsfaktor. Mit der Einführung von „Softwarelizenzen“ waren Einschränkungen für Weitergabe und Änderbarkeit der Programme verbunden. Um Geschäftsgeheimnisse zu wahren, wurde Software oft nur noch in maschinenlesbarer Form ohne Quellcode weitergegeben. Schließlich wurde es üblich, Soft- und Hardware getrennt zu verkaufen. Die Software wurde „proprietär“ und ein künstlich verknapptes Gut.   Gegen diese Praxis wandte sich Richard Stallman, der zu dieser Zeit am MIT im „AI Lab“ (Abteilung für Künstliche Intelligenz) arbeitete und den freien Austausch von Software als Prinzip wissenschaftlicher Zusammenarbeit verstand. Doch immer mehr Mitarbeiter wurden von externen Unternehmen abgeworben, deren Software nicht mehr beliebig verändert und weitergegeben werden durfte. Er beschreibt den Wandel aus seiner Sicht folgendermaßen, der auf ihn wie der Zusammenbruch eines Weltbildes wirken musste: &nbsp; &nbsp;&nbsp;</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Die modernen Rechner dieser Ära […] hatten eigene Betriebssysteme, aber keines war freie Software: man musste sogar eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnen, nur um eine ausführbare Kopie zu erhalten.</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Das bedeutete, dass der erste Schritt zur Benutzung eines Rechners darin bestand zu versprechen, seinen Nächsten nicht zu helfen. Eine zusammenarbeitende Gemeinschaft war verboten. Die Vorschrift von Eigentümern proprietärer Software war: ,Wenn Sie mit ihrem Nächsten teilen, sind Sie ein Softwarepirat. Möchten Sie irgendwelche Änderungen, bitten Sie uns, diese vorzunehmen.‘</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Mit dem Verlust meiner Gemeinschaft war es unmöglich, weiterzumachen wie zuvor. Stattdessen stand ich vor einer gänzlich moralischen Entscheidung.</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Die einfache Wahl wäre es gewesen, der proprietären Software-Welt beizutreten, Vertraulichkeitsvereinbarungen zu unterzeichnen und zu versprechen, meinen Mit-Hackern nicht zu helfen. Sehr wahrscheinlich würde ich auch Software entwickeln, die unter Vertraulichkeitsvereinbarungen ausgegeben würde, und so den Druck auf andere Leute erhöhen, ihre Kameraden auch zu verraten.</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Ich hätte auf diese Art Geld verdienen und mich vielleicht mit dem Schreiben von Code vergnügen können. Aber ich wusste, dass ich am Ende meiner Karriere auf Jahre zurückblicken würde, in denen ich Wände gebaut habe; Wände, welche die Menschen voneinander trennen. Ich würde dann das Gefühl haben, dass ich mein Leben damit verbracht hatte, die Welt zu einem schlechteren Ort zu machen. […]</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Also suchte ich nach einem Weg, auf dem ein Programmierer etwas Gutes tun kann. Ich fragte mich selbst: Gibt es ein Programm oder Programme, die ich schreiben könnte, um wieder eine Gemeinschaft möglich zu machen?“ [4]</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Weg führte Richard Stallman 1983 zur Gründung des GNU-Projekts[5] mit dem Ziel, ein freies, UNIX-kompatibles Betriebssystem mit Namen GNU[6] zu entwickeln. 1985 folgte die Gründung der Free Software Foundation,[7] um dem Projekt einen logistischen und finanziellen Rahmen zu geben, 1986 die eingangs erwähnte formale Definition Freier Software.</p>
<p>Schnell entstanden wichtige Komponenten des Betriebssystems, vor allem Werkzeuge für Softwareentwickler. Aufgrund der Unix-Kompatibilität konnten frei erhältiche Bestandteile des Unix-Systems direkt integriert werden, beispielsweise das Fenstersystem X-Window,[8] fehlende Teile wurden neu programmiert. Nur ein System-Kern (Kernel) fehlte – bis der finnische Student Linus Torvalds 1991 die erste Version seines Linux-Kernels vorstellte. Die so gefundene Kombination wird als GNU/Linux bezeichnet, streng genommen bezeichnet Linux nur den Systemkern an sich.</p>
<p>In den 1990er Jahren wurden mehrere Projekte und Firmen gegründet (darunter beispielsweise das Debian-Projekt, Red Hat, SuSE, später auch Ubuntu), die GNU/Linux zusammen mit weiteren Programmen als so genannte Linux-Distributionen zusammenstellen und so für eine starke Verbreitung von Linux-Systemen sorgten.&nbsp;</p>
<p>Parallel zum GNU-System wurde das Betriebssystem Berkeley Software Distribution (BSD)[9] an der Universität von Kalifornien in Berkeley entwickelt. Dessen Entwicklung begann bereits im Jahr 1977 und basierte auf dem Unix-System des Unternehmens AT&amp;T. Dadurch enthielt das BSD-Betriebssystem zu Beginn jedoch Komponenten, die unter einer proprietären Lizenz standen. Diese wurden Anfang der 1990er Jahre vollständig ersetzt, sodass BSD als weiteres großes freies Betriebsystem neben GNU/Linux gilt. Alle heute existierenden freien Betriebssysteme sind mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit entweder eine Abwandlung des BSD- oder GNU-Systems. Die meisten Anwendungen laufen auf beiden Systemen gleichermaßen, insbesondere solche für Endanwender. BSD-Systeme wie FreeBSD[10] werden vor allem im Server-Einsatz genutzt.</p>
<p>Als Alternative zum Begriff Freie Software führten Eric S. Raymond, Bruce Perens und Tim O’Reilly 1998 den Begriff Open Source (zu deutsch: quelloffen) ein und gründeten die Open Source Initiative (OSI).[11] Sie vertraten die Ansicht, dass die Freie-Software-Gemeinschaft ein besseres Marketing benötige. Um Freie Software als geschäftsfreundlich und weniger ideologisch belastet darstellen zu können, wurde dazu der Begriff Open Source entwickelt und hat sich seit dem stark verbreitet. &nbsp;</p>
<p>Richard Stallman und mit ihm die Free Software Foundation lehnt die Bezeichnung Open Source und den dahinterstehenden Standpunkt grundsätzlich und proprietäre Software allein schon aus prinzipiellen „ethischen“ Gründen ab,[12] auch dann, wenn sie besser wäre als eine freie Version. Sowohl Open Source als auch Freie Software meinen zwar das gleiche Produkt (die gleiche Software), weisen dem Begriff aber jeweils andere Werte zu. Freie Software betont die Freiheit des Nutzers und hat ein damit verbundes soziales, politisches und ethisches Anliegen. Der Begriff Open Source konzentriert sich im Wesentlichen auf den praktischen Nutzen und die Vorteile der Entwicklungsmethode entsprechender Software, nicht jedoch auf ethische Fragen. &nbsp;</p>
<p>Dennoch arbeiten Anhänger beider Lager bei Projekten zusammen. &nbsp;Alternative Bezeichnungen wie „Free/Libre Open Source Software“ (FLOSS), die von Anhängern beider Positionen (einschließlich Richard Stallman) akzeptiert werden, sollen diese Gemeinsamkeiten betonen.[13] &nbsp;</p>
<p>Die Enquete-Kommission hat einstimmig beschlossen, den Begriff Freie Software zu verwenden.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fußnoten:</p>
<p>[1] vgl. http://www.gnu.org/philosophy/free-sw</p>
<p>2 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Hacker#Die_akademische_Hackerkultur</p>
<p>3 Vgl. Die Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik (Hrsg.): Migrationsleitfaden. Leitfaden für die Migration von Software. Version 4.0. Berlin, März 2012. S. 19. Online abrufbar unter:  http://www.cio.bund.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Architekturen-und-Standards/migrationsleitfaden_4_0_download.pdf?__blob=publicationFile</p>
<p>4 Richard Stallman: Das GNU Projekt, http://www.gnu.org/gnu/thegnuproject.de.html</p>
<p>5 http://www.gnu.org</p>
<p>6 GNU ist ein rekursives Akronym von GNU ist Nicht Unix (engl. GNU’s Not Unix)</p>
<p>7 http://www.fsf.org</p>
<p>8 siehe http://de.wikipedia.org/wiki/X_Window_System</p>
<p>9 vgl. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Berkeley_Software_Distribution</p>
<p>10 siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/FreeBSD sowie die Webseite des Projekts unter http://www.freebsd.org/de/</p>
<p>11 http://opensource.org</p>
<p>12 vgl. http://www.gnu.org/philosophy/open-source-misses-the-point.html</p>
<p>13 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Software</p>
<p>&nbsp;</p>
</blockquote>
<p>Und welchen Begriff bevorzugt Ihr: <em>Freie Software</em> oder <em>Open Source?<br />&nbsp;</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20130114/19_Sitzung_2013-01-14_PGISF_Zwischenbericht.pdf">Entwurf des Berichts der Projektgruppe</a></li>
<li><a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20130114/19_Sitzung_2013-01-14_PGISF_Zwischenbericht_Aenderungsantrag.pdf">Änderungsanträge</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]>
    </content>
</entry>

<entry>
    <title>Freie Software: was tun?</title>
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    <published>2013-01-10T20:58:09Z</published>
    <updated>2013-01-10T21:01:23Z</updated>

    <summary><![CDATA[Die letzten Sitzungen der Internet-Enquête&nbsp;des Bundestages nähern sich, und ich habe festgestellt: Mensch, warum hast Du so wenig darüber geschrieben? Nun, daher schreibe ich hier mal die Handlungsempfehlungen, die ich für den Bericht der Projektgruppe „Internoperabilität, Standards, Freie Software“ zusammengestellt...]]></summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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        <![CDATA[<p>Die letzten Sitzungen der <a class="ext" href="http://www.bundestag.de/internetenquete/">Internet-Enquête</a>&nbsp;des Bundestages nähern sich, und ich habe festgestellt: Mensch, warum hast Du so wenig darüber geschrieben?</p>
<p>Nun, daher schreibe ich hier mal die Handlungsempfehlungen, die ich für den Bericht der Projektgruppe „Internoperabilität, Standards, Freie Software“ zusammengestellt habe. Am Montag stehen sie auf der Tagesordnung. Sie stehen zwar alternativ zu den Handlungsempfehlungen der Koalition, enthalten diese aber ebenso wie alle anderen vorgeschlagenen Empfehlungen: neben meinen auch die von padeluun und&nbsp;Markus Beckedahl. Dass wir uns mit den Koalitions-Abgeordneten nicht auf eine gemeinsame Liste geeinigt haben (in der einzelne Mitglieder bei jedem Punkt entscheiden können, ob sie zustimmen) lag vermutllich an der knappen Zeit: die Projektgruppe hatte nur wenige Sitzungen und alles war sehr hektisch. Die SPD-Fraktion schließt sich den Handlungsempfehlungen an, die beiden anderen Oppositionsfraktionen evtl. auch.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Hier aber nun der Text:</p>
<blockquote>
<p><br /><strong>Handlungsempfehlungen</strong></p>
<p>Der Sachverst&auml;ndigen Alvar Freude, padeluun,&nbsp;Markus Beckedahl,&nbsp;Cornelia Tausch, Lothar Schr&ouml;der, Wolfgang Schulz, ... sowie der SPD-Fraktion, ...</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>1 Interoperabilit&auml;t und Standards</strong><br /><br /><br /><span>Das Internet hat sich zu einem integralen Bestandteil nahezu aller Lebensbereiche entwickelt. Weltweit nutzen mehr als 2,3 Milliarden Menschen das Internet [Stand Juni 2012. Quelle: ITU: Key statistical highlights. Online abrufbar unter:&nbsp;</span><a href="http://www.itu.int/ITU-D/ict/statistics/material/pdf/2011%20Statistical%20highlights_June_2012.pdf">http://www.itu.int/ITU-D/ict/statistics/material/pdf/2011%20Statistical%20highlights_June_2012.pdf</a><span>], wobei sie daf&uuml;r unterschiedliche Hard- und Software verwenden. Dass eine Kommunikation in diesem heterogenen IT-Umfeld dennoch m&ouml;glich ist, ist u.a. den offenen, nicht propriet&auml;ren Standards zu verdanken, auf denen das Internet basiert.</span><br /><br /><span>Offene Standards sichern Interoperabilit&auml;t: Das Zusammenwirken von IT-Systemen verschiedener Hersteller wird erm&ouml;glicht. Innovationen werden gef&ouml;rdert und Wettbewerb gesichert, indem ein ungehinderter Marktzutritt gew&auml;hrleistet wird. Interoperabilit&auml;t tr&auml;gt zu wirtschaftlich-technischer Unabh&auml;ngigkeit bei.</span><br /><br /><span>Entwicklungen wie das Internet der Dinge, die Industrie 4.0, das Cloud Computing und IPTV zeigen, wie wichtig die Verwendung Offener Standards und die Sicherstellung von Interoperabilit&auml;t sind. Auch im Bereich des E-Government spielt Interoperabilit&auml;t eine zentrale Bedeutung: Interoperabilit&auml;t erm&ouml;glicht den medienbruchfreien Datenaustausch zwischen Staat und B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern beziehungsweise Unternehmen.</span><br /><br /><span>Insbesondere Freie Software tr&auml;gt durch die Verwendung Offener Standards zur F&ouml;rderung von Interoperabilit&auml;t bei. Der Einsatz Freier Software in Wirtschaft und &ouml;ffentlicher Verwaltung hat in den letzten Jahren weiter zugenommen: Freie Software konnte sich dabei abh&auml;ngig von der Einsatzumgebung als Alternative zu propriet&auml;rer Software etablieren.</span><br /><br /><span>Die Enquete-Kommission betont mit den nachfolgenden Handlungsempfehlungen die Bedeutung, die dem Einsatz Offener Standards sowie der Sicherstellung von Interoperabilit&auml;t in Wirtschaft und &ouml;ffentlicher Verwaltung zukommt.</span><br /><span>￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼￼</span><br /><span>Die Enquete-Kommission&nbsp;</span></p>
<ol>
<li>begr&uuml;&szlig;t die Verabschiedung des Reformpaketes zum Europ&auml;ischen Standardisierungssystem, da damit der Weg zur regul&auml;ren Nutzung von Standards des IT-Sektors ge&ouml;ffnet wird, die nicht in den etablierten Normungsorganisationen entstanden sind. Auch wenn es sich hierbei vornehmlich um FRAND-Lizenzierung handeln kann, die nicht mit offenen Standards gleichzusetzen sind.</li>
<li>unterst&uuml;tzt zus&auml;tzlich die Position der Bundesregierung aus SAGA, die zur F&ouml;rderung des Wettbewerbs durch Offener Standards im Softwarebereich eine Lizensierung ohne Restriktionen und Lizenzgeb&uuml;hren erfordert.</li>
<li>empfiehlt, die &ouml;ffentliche Verwaltung sollte sich zur F&ouml;rderung der Interoperabilit&auml;t und Zukunftsf&auml;higkeit ihrer IT-Systeme konsequent auf den Einsatz offener Standards verpflichten, um bei der Weiterentwicklung der Systeme nicht von den Interessen einzelner Marktteilnehmer abh&auml;ngig zu sein. Zu diesem Zweck sollten ebenen&uuml;bergreifend gemeinsame Mindestanforderungen definiert und Empfehlungen von einzusetzenden IT-Standards und -Spezifikationen ausgesprochen werden.</li>
<li>stellt fest, dass Freie Software die Interoperabilit&auml;t f&ouml;rdert. Daher empfiehlt sie der &ouml;ffentlichen Verwaltung und Privatwirtschaft neben Standardisierung auch Freie-Software-Referenzimplementationen zur Verbesserung der Interoperabilit&auml;t zu entwickeln und unter eine m&ouml;glichst offene Lizenz zu stellen.</li>
<li>fordert die Bundesregierung auf, zu pr&uuml;fen, inwiefern zuk&uuml;nftig die F&ouml;rderung offener Standards durch entsprechendes staatliches Handeln gew&auml;hrleistet werden kann. So k&ouml;nnten nicht nur Zugangserleichterungen f&uuml;r die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger und die Wirtschaft, sondern auch entsprechende Entwicklungsanreize gesetzt werden.</li>
<li>stellt fest, dass die &ouml;ffentliche Verwaltung durch einen konsequenten Einsatz offener Standards Unabh&auml;ngigkeit gegen&uuml;ber einzelnen Marktteilnehmern erhalten kann. Daher sollten ebenen&uuml;bergreifend gemeinsam offene Standards definiert und entsprechende Empfehlungen f&uuml;r den Einsatz ausgesprochen werden.</li>
<li>empfiehlt, sich bei der Entwicklung von durch die &ouml;ffentliche Hand vorangetriebenen Standards an seit Jahrzehnten etablierten Verhaltensweisen zu orientieren. So sollten die Standards in m&ouml;glichst offener Diskussion entwickelt werden, auf Mailinglisten k&ouml;nnen sich Entwickler gegenseitig Hilfestellung bei der Implementierung oder der Nutzung einer Referenzimplementation geben usw.</li>
<li>stellt fest, dass branchenspezifische Software ein unerl&auml;sslicher Bestandteil geworden ist, um Zeiteinsparungen und Effizienzgewinne in der Verwaltung, Steuerung von Gesch&auml;ftsprozessen und in der Kundenbetreuung zu realisieren. Bisher fehlt es jedoch in vielen Branchen noch an Auswahlm&ouml;glichkeiten f&uuml;r einzusetzende Software. Die Enquete-Kommission regt daher an, dass die berufsst&auml;ndischen Vereinigungen bereits vorhandene Standards und Spezifikationen zur Verf&uuml;gung stellen, sodass sie Gegenstand sowohl von propriet&auml;rer als auch Freier Software werden k&ouml;nnen. Dar&uuml;ber hinaus m&uuml;ssen Zertifizierungen allen Interessierten m&ouml;glichst niedrigschwellig zur Verf&uuml;gung stehen, um gleiche Marktzutrittsvoraussetzungen zu schaffen.</li>
<li>fordert die Hardware-Hersteller auf, sich selbst zu verpflichten, Nutzern die uneingeschr&auml;nkte M&ouml;glichkeit des Zugriffs auf selbst erstellte Inhalte auf ihren Ger&auml;ten zu gew&auml;hren, einschlie&szlig;lich des Transfers auf andere Ger&auml;te und Betriebssyteme. Dabei sind, soweit vorhanden, standardisierte Dateiformate zu nutzen.</li>
<li>fordert den Bundestag auf, im Falle des Scheiterns einer solchen Selbstverpflichtung, entsprechende gesetzgeberische Initiativen zu ergreifen. Zum Stichtag 31.12.2014 soll festgestellt werden, ob die Selbstverpflichtung der Industrie eingeleitet und bis zum 31.12.2015 umgestzt worden ist.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><strong>2 Freie Software</strong><br /><br /><span>W&auml;hrend offene Standards die Basis f&uuml;r die Verbreitung des Internets und die n&ouml;tige Interoperabilit&auml;t darstellt, hat Freie Software die Entwicklung des Internets ma&szlig;geblich bef&ouml;rdert. Ohne im Quelltext vorhandene und f&uuml;r jeden diskriminierungsfrei weiternutzbare Software w&auml;re die vielf&auml;ltige und vor allem schnelle Entwicklung des Internets nicht denkbar. Unter freier Lizenz stehende Web- und Datenbank-Server, Content-Management-Systeme,&nbsp; Programmiersprachen, Programm-Bibliotheken zur einfacheren Entwicklung komplexer Anwendungen und vieles mehr treiben die Entwicklung des Internets seit Jahrzehnten voran. Aber auch in vielen anderen Bereichen wird Freie Software eingesetzt: nach einer Untersuchung von Heise Online nutzten bereits 2008 &uuml;ber 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland Freie und Open-Source-Software, bei 40 Prozent nahm sie sogar eine unternehmenskritische Rolle ein. [Diedrich, Oliver: Trendstudie Open Source, online abrufbar unter:&nbsp;</span><a href="http://www.heise.de/open/artikel/Trendstudie-Open-Source-221696.html">http://www.heise.de/open/artikel/Trendstudie-Open-Source-221696.html</a><span>]</span><br /><br /><span>Die Enqu&ecirc;te-Kommission sieht Freie Software als qualitativ hochwertige, n&uuml;tzliche und dem Gemeinwohl dienende Software an. Sie stellt aber nicht die Existenz von propriet&auml;rer Software infrage, sondern empfiehlt ein Nebeneinander verschiedener Modelle, die je nach Einsatzszenario wechseln k&ouml;nnen.</span><br /><br /><br /><strong>2.1 Freie Software in der &ouml;ffentlichen Verwaltung</strong><br /><br /><span>Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Enqu&ecirc;te-Kommission:</span></p>
<ol>
<li>Projekte wie LiMux zeigen, dass Freie Software nicht nur bei Server-Diensten, sondern vom Betriebssystem bis zu den einzelnen Anwendungen auch auf Arbeitsplatz-Rechnern in gro&szlig;en Organisationen eingesetzt werden kann. Die &Ouml;ffentliche Verwaltung sollte dem Beispiel der Stadt M&uuml;nchen folgen und vermehrt Freie Software einsetzen.</li>
<li>Die Umstellung und das Betreiben von Freier und propriet&auml;rer Software in der &ouml;ffentlichen Verwaltung stellen vielseitige und umfassende Herausforderungen dar, die einer kontinuierlichen Begleitung bed&uuml;rfen. Die Enquete-Kommission empfiehlt daher der Bundesregierung, das Kompetenzzentrum Open Source Software beim Bundesverwaltungsamt mit ausreichenden Mitteln auszustatten, damit es auch weiterhin als kompetenter Ansprechpartner zur Verf&uuml;gung stehen kann.</li>
<li>Bund und L&auml;ndern sollten auch in Zukunft neue Software m&ouml;glichst plattformunabh&auml;ngig erstellen (lassen). Insbesondere dann, wenn die Software zur Interaktion mit B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern oder Unternehmen zur Anwendung kommen soll, sollte auch eine Plattformneutralit&auml;t gewahrt bleiben, um eine m&ouml;glichst hohe Teilhabem&ouml;glichkeit zu gew&auml;hrleisten.&nbsp;<em>[koa]</em></li>
<li>Um eine feste Bindung an ein Betriebssystem zu verhindern, sollte auch von der &ouml;ffentlichen Verwaltung f&uuml;r den Eigengebrauch selbst entwickelte Software bzw. von Dritten im Auftrag entwickelte Software plattformunabh&auml;ngig erstellt werden.&nbsp;</li>
<li>Werden &Auml;nderungen und Erweiterungen an vorhandener Freier Software durchgef&uuml;hrt und diese nicht an die jeweilige Entwickler-Community zur&uuml;ckgegeben, kann dies zu Problemen bei Updates kommen: die &Auml;nderungen und Erweiterungen m&uuml;ssen mit hohem Aufwand in die aktualisierte Version der Software eingepflegt werden. In einer solchen Konstellation werden oft sicherheitsrelevante Aktualisierungen ausgelassen, da der Integrationsaufwand zu gro&szlig; ist. Daher hat es sich als sinnvoll erwiesen, solche &Auml;nderungen in das jeweilige Softwareprojekt zur&uuml;ck flie&szlig;en zu lassen. So profitieren alle von den Erg&auml;nzungen, diese k&ouml;nnen von der Community weiter gepflegt werden und sie sind bei Aktualisierungen bereits enthalten.</li>
<li>Bei der Vorbereitung von Vergaben ist bereits eine Gesamtbetrachtung durchzuf&uuml;hren, um sicherzustellen, dass das Neutralit&auml;tsgebot gewahrt wird und dass keine unangemessene Bevorzugung von Freier oder aber propriet&auml;rer Software erfolgt. Die Enquete-Kommission weist jedoch darauf hin, dass es sachliche Gr&uuml;nde, insbesondere aufgrund einer wirtschaftlichen Betrachtung (total cost of ownership) geben kann, die den Einsatz von Freier Software in der &ouml;ffentlichen Verwaltung vorzugsw&uuml;rdig erscheinen lassen.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>Die Enqu&ecirc;te-Kommission empfiehlt den Beh&ouml;rden des Bundes, der L&auml;nder und Gemeinden,&nbsp;</span></p>
<ol start="7">
<li>Eigenentwicklungen m&ouml;glichst unter freien Lizenzen offen zu legen. So k&ouml;nnen andere Beh&ouml;rden zur Software beitragen und gemeinsam sowie kostensparsam wichtige Projekte vorangetrieben werden.</li>
<li>Bei der Auftragsvergabe vermehrt eine Lizensierung unter einer freien Lizenz zu f&ouml;rdern. Die im Auftrag entwickelte Software kann vom Auftraggeber dann beliebig weiter genutzt und weitergegeben werden.</li>
<li>Anwendungen f&uuml;r Endnutzer soweit m&ouml;glich unter einer freien Lizenz im Quelltext zu ver&ouml;ffentlichen, um so beispielsweise Erg&auml;nzungen, &Uuml;bersetzungen und die Integration in andere Software zu erm&ouml;glichen.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>Vor dem Hintergrund der in Kapitel 3.2.2.2 aufgef&uuml;hrten Restriktionen sowie der in Kapitel 5 des Migrationsleitfadens 4.0 beschriebenen Einschr&auml;nkungen hinsichtlich der Lizensierung und Weitergabe bittet die Enqu&ecirc;te-Kommission die Bundesregierung und den Bundestag</span></p>
<ol start="10">
<li>zu pr&uuml;fen, inwiefern &Auml;nderungen in der Bundeshaushaltsordnung eine Weiterentwicklung von in der &ouml;ffentlichen Verwaltung zum Einsatz kommender Freier Software durch Dritte erleichtern k&ouml;nnten. Dar&uuml;ber hinaus sollte gepr&uuml;ft werden, ob in dem vorgenannten Fall die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung von Ausnahmen im Sinne des &sect; 63 Abs. 3 BHO vorliegen.</li>
<li>zu pr&uuml;fen, welche gesetzlichen Ma&szlig;nahmen beispielsweise im Haushaltsrecht, Wettbewerbsrecht und kommunalem Wirtschaftsrecht n&ouml;tig sind, damit von oder im Auftrag der &ouml;ffentlichen Verwaltung entwickelte Software unter freien Lizenzen weitergegeben werden kann. Dies kann beispielsweise analog zur &bdquo;Linux-Klausel&ldquo; im Urheberrecht (&sect; 32 Abs. 3 Satz 3 UrhG) geschehen.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><strong>2.2 Secure Boot und Ger&auml;tehoheit</strong><br /><br /><span>Die Etablierung von Secure-Boot bringt f&uuml;r den Einsatz alternativer Betriebssysteme eine Reihe von Herausforderungen mit sich, auch um eine weitgehende Hoheit der Nutzer &uuml;ber die Hardware zu erhalten.&nbsp;</span><br /><span>Die Enqu&ecirc;te-Kommission</span></p>
<ol start="12">
<li>begr&uuml;&szlig;t das Eckpunktepapier der Bundesregierung zu&nbsp;<em>Trusted Computing</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Secure Boot</em>. Sie regt an, die im Eckpunktepapier aufgestellten Forderungen nicht nur gegen&uuml;ber der Bundesverwaltung, sondern auch gegen&uuml;ber der &ouml;ffentlichen Verwaltung in den L&auml;ndern zu kommunizieren.&nbsp;</li>
<li>spricht sich des weiteren&nbsp; daf&uuml;r aus, dass, um wie vom Eckpunktepapier gefordert, &bdquo;eine bewusste und informierte Einwilligung des Ger&auml;teeigent&uuml;mers&ldquo; zur Delegierung dieser Rechte sicherzustellen, Verbraucher vor dem Erwerb eines Ger&auml;tes klar und deutlich auf die in diesem Ger&auml;t implementierten technischen Ma&szlig;nahmen, sowie &uuml;ber die genauen Nutzungsschranken und die Konsequenzen f&uuml;r den Eigent&uuml;mer hingewiesen werden sollen.&nbsp;</li>
<li>legt der Bundesregierung nahe, dass beim Kauf [besser: bei der Anschaffung] von Hardware keine Ger&auml;te beschaft werden, welche die Forderungen des Eckpunktepapiers nicht einhalten.&nbsp;</li>
<li>empfiehlt privaten Verbrauchern und Unternehmen ausschlie&szlig;lich IT-Ger&auml;te zu erwerben, die dem Eigent&uuml;mer permanent die volle und alleinige Verf&uuml;gungsgewalt &uuml;ber das Sicherheits-Subsystem (z.B. signaturbasierte Nutzungsschranken) gew&auml;hren. Die Enquete-Kommission erkennt den Mehrwert, die F&auml;higkeit beizubehalten, beliebige Software zu installieren und letztendlich die exklusive Kontrolle &uuml;ber die eigenen Daten sicher zu stellen.&nbsp;</li>
<li>fordert Hersteller einer Hardware- oder Software-Komponente eines IT-Ger&auml;ts (z. B. Firmware, Betriebssystem, Anwendungsprogamm) dazu auf, sich selbst dazu zu verpflichten eine evtl. eingeschr&auml;nkte Ger&auml;tehoheit seines Eigent&uuml;mers nicht dazu zu missbrauchen, Nutzer des Ger&auml;tes ohne deren explizite Einwilligung zu kontrollieren oder gar zu &uuml;berwachen. Die informationelle Selbstbestimmung der Ger&auml;te-Nutzenden setzt voraus, dass sie selbst eine informierte Entscheidung (&bdquo;Informed Consent&ldquo;) treffen k&ouml;nnen, welche Daten w&auml;hrend ihrer Nutzung aufgezeichnet werden und was mit diesen Daten geschieht. Dies betrifft alle auf diesem Ger&auml;t aufgezeichneten Daten, also sowohl solche, die bewu&szlig;t von den Nutzenden erzeugt werden (Dateien, etc.), als auch solche, die unbewu&szlig;t erzeugt werden (Tastaturanschl&auml;ge, Aufzeichnungen durch ggf. heimlich aktivierte WebCam, Mikrofon, GPS-Trackingdaten usw.).</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>In Zukunft wird mehr und mehr Software &uuml;ber die zentralen App-Stores der Hardware- oder Betriebssystem-Hersteller vertrieben, bei einiger Hardware ist es gar nicht m&ouml;glich, andere Software zu installieren. Die Lizenzbedingungen dieser App-Stores sehen teilweise Einschr&auml;nkungen vor, die nicht mit der GPL kompatibel sind [vgl.</span><a href="http://www.fsf.org/news/blogs/licensing/more-about-the-app-store-gpl-enforcement">http://www.fsf.org/news/blogs/licensing/more-about-the-app-store-gpl-enforcement</a><span>], so dass GPL-lizensierte Software nicht ohne weiteres &uuml;ber solche App-Stores vertrieben werden kann. Das verhalten einiger Anbieter von App-Stores, nur inhaltlich gepr&uuml;fte Software zuzulassen, ist zudem nicht mit den Gedanken Freier Software vereinbar. Die Enquete-Kommission empfiehlt dem Bundestag daher</span></p>
<ol start="17">
<li>zu pr&uuml;fen, ob marktbeherrschende Betreiber von App-Stores ihre Position ausnutzen, um bestimmte Software zu Diskriminieren sowie zu pr&uuml;fen, ob regulatorische Ma&szlig;nahmen notwendig sind.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>Aus Sicht der Enquete-Kommission hat jeder Besitzer universeller Computer das Recht, eigene Software zu entwickeln, zu installieren und zu Nutzen. Einige Hersteller versuchen dieses durch technische Schutzma&szlig;nahmen zu umgehen. Die Enquete-Kommission empfiehlt dem Bundestag</span></p>
<ol start="18">
<li>die Aus&uuml;bung dieses Rechts nicht durch gesetzliche Regelungen zu unterbinden, auch wenn diese urspr&uuml;nglich einen anderen Zweck haben,</li>
<li>zu pr&uuml;fen, ob einzelne restriktive Hersteller eine so marktbeherrschende Stellung haben, dass ein regulatorisches Eingreifen notwendig wird.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>Weiterhin empfiehlt die Enquete-Kommission dem Bundestag,&nbsp;</span></p>
<ol start="20">
<li>eine gesetzliche Regelung zu schaffen, die sicherstellt, dass Kunden vor dem Kauf eines Ger&auml;ts klar feststellen k&ouml;nnen, welchen Einschr&auml;nkungen diese unterliegen, beispielsweise ob es m&ouml;glich ist, alternative Betriebssysteme zu installieren oder welche Einschr&auml;nkungen bei der Softwareauswahl bestehen.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><strong>2.3 Bildung und Forschung</strong><br /><br /><span>Die Enquete-Kommission spricht sich daf&uuml;r aus, dass&nbsp;</span></p>
<ol start="21">
<li>der Zugang zur Softwareentwicklung insbesondere f&uuml;r Kinder und Jugendliche st&auml;rker ge&ouml;ffnet werden sollte. Sie regt gegen&uuml;ber den L&auml;ndern an, Freir&auml;ume f&uuml;r das Programmieren von Software, beispielsweise durch die F&ouml;rderung entsprechender schulischer Arbeitsgemeinschaften zu schaffen. Diese k&ouml;nnten dabei helfen, schon fr&uuml;h bestehende Ber&uuml;hrungs&auml;ngste abzubauen.</li>
<li>Frei verf&uuml;gbarer Quellcode sowie das Recht zur beliebigen Nutzung, Weitergabe und Modifikation bedeutet einen niederschwelligen Zugang zur Softwareentwicklung. Dies erm&ouml;glicht es bereits Anf&auml;ngern, sich in Programme einzubringen. Kinder und Jugendliche sollten in der Schule aktiv in der Anwendung und Ver&auml;nderung Freier Software, beispielsweise in Form von AGs, gef&ouml;rdert werden. Freie Software wird von Entwicklern in unterschiedlichen Kontexten oft grenz&uuml;bergreifend gemeinsam entwickelt. Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler sollen dazu ermutigt werden, sich schon fr&uuml;h an dieser Entwicklung zu beteiligen. Damit werden sie zu interdisziplin&auml;rer, vernetzter und globaler Zusammenarbeit bef&auml;higt.&nbsp;</li>
<li>Software, die mit &ouml;ffentlichen Geldern finanziert wurde, beispielsweise Zusch&uuml;ssen aus dem Bereich Bildung und Forschung, sollte bevorzugt und soweit m&ouml;glich unter freien Lizenzen ver&ouml;ffentlicht werden.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>Die Enquete-Kommission bittet die Kultusministerien der L&auml;nder&nbsp;</span></p>
<ol start="24">
<li>zuk&uuml;nftig vor der Anschaffung von neuen Lernmitteln zu pr&uuml;fen, ob diese auch plattformunabh&auml;ngig eingesetzt werden k&ouml;nnen. Dies k&ouml;nnte nicht nur m&ouml;gliche Abh&auml;ngigkeiten vermeiden, sondern auch zu einer gr&ouml;&szlig;eren Verbreitung der eingesetzten Software &uuml;ber den schulischen Bereich hinaus f&uuml;hren.</li>
<li>insbesonders f&uuml;r vorgegebene Dateiformate bei Hausaufgaben, Haus- oder Seminararbeiten, &Uuml;bungen usw. die Abgabe in einem offenen Standardformat zu gew&auml;hrleisten, um Nutzer Freier Software nicht zu diskriminieren.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>Schulische Ausbildung soll Grundlagenwissen vermitteln. &Uuml;bertragen auf den Bereich Anwendungssoftware bedeutet dies, dass Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler bef&auml;higt werden sollen, bestimmte Arten von Anwendungen (beispielsweise Textverarbeitungen) und nicht ein bestimmtes Produkt lernen sollen. Die Enqu&ecirc;te-Kommission empfiehlt daher</span></p>
<ol start="26">
<li>Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler Grundlagenwissen und Basistechniken zu vermitteln, anstatt diese die Anordnung von Bedienelementen eines bestimmten Produktes auswendig lernen zu lassen. Ein einseitiges Training in einzelnen Softwareprodukten greift zu kurz und limitiert sp&auml;tere Chancen und M&ouml;glichkeiten.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><strong>Usability/Benutzerfreundlichkeit</strong><br /><br /><span>Der Einsatz Freier Software ist auf Servern weit verbreitet. Auf typischen Arbeitsplatz-Systemen hat sie einen weitaus geringeren Marktanteil. Dies hat in Teilen auch mit mangelnder Benutzerfreundlichkeit zu tun. Benutzerfreundlichkeit von Software (Usability) ist ein wichtiger Erfolgsfaktor f&uuml;r Software, wird jedoch h&auml;ufig erst sp&auml;t eingesetzt, statt den gesamten Entwicklungsproze&szlig; von der Konzeptionsphase bis zum fertigen Produkt zu begleiten. Sie f&uuml;hrt letztlich zur erforderlichen Akzeptanz bei den Anwendern. Die Enquete-Kommission empfiehlt daher</span></p>
<ol start="27">
<li>so fr&uuml;h wie m&ouml;glich bei der Entwicklung von Software Usability zu ber&uuml;cksichtigen.</li>
<li>in der Ausbildung und im Studium sollte Usability eine st&auml;rkere Ber&uuml;cksichtigung finden.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><br /><span>Um die Benutzerfreundlichkeit von Freier Software zu verbessern und so sowohl die Akzeptanz bei den Nutzern als auch die Effizienz zu steigern, regt die Enquete-Kommission des weitern an,</span></p>
<ol start="29">
<li>F&ouml;rdermittel bereit zu stellen um Usability-Analysen und die Verbesserung der benutzerfreundlichkeit bei ausgew&auml;hlten Projekten zu finanzieren.&nbsp;</li>
<li>beim Einsatz Freier Software durch &ouml;ffentliche Stellen zu pr&uuml;fen, inwieweit Teile eingesparter Lizenzkosten in die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit der verwendeten Software investiert werden k&ouml;nnen.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><strong>2.4 Weiteres/Sonstiges</strong><br /><br /><span>Die Enquete-Kommission erkennt an, dass die Entwicklung Freier Software dem Gemeinwohl dient: Jeder Mensch kann aus dem ver&ouml;ffentlichten Quellcode lernen, die Technologie besser verstehen, eigenen Bed&uuml;rfnissen anpassen und beliebig einsetzen. Die Internet Enquete legt es Finanz&auml;mtern daher nahe,&nbsp;</span></p>
<ol start="31">
<li>Vereinen die Gemeinn&uuml;tzigkeit zu erteilen, die sich der F&ouml;rderung und Entwicklung Freier Software widmen.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>Der Einsatz von Freier Software kann die deutsche und europ&auml;ische Softwareindustrie st&auml;rken. Zur St&auml;rkung Freier Software empfiehlt die Enqu&ecirc;te-Kommission der Bundesregierung</span></p>
<ol start="32">
<li>die Erstellung einer ressort&uuml;bergreifenden Strategie f&uuml;r den Einsatz und die F&ouml;rderung Freier Software.</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>Zum Schutz von Verbrauchern, Unternehmen und der &ouml;ffentlichen Verwaltung bittet die Enquete-Kommission die Bundesregierung um eine&nbsp;</span></p>
<ol start="33">
<li>Pr&uuml;fung, welche Ma&szlig;nahmen n&ouml;tig sind, um den Mi&szlig;brauch mit dem Begriff Freie Software / Open Source zu verhindern. Verbraucher, Unternehmen und die &ouml;ffentliche Verwaltung sollen vor Unternehmen gesch&uuml;tzt werden, die propriet&auml;re Software unter dem Label &bdquo;Freie Software&ldquo; oder &bdquo;Open Source&ldquo; vermarkten.&nbsp;</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>Eine besondere Herausforderung f&uuml;r Entwickler Freier Software ist die Bedrohung durch Software-Patente. Diese sind oftmals so allgemein formuliert, dass f&uuml;r ein gegebenes Problem eine naheliegende L&ouml;sung existiert, die bei strenger Auslegung Software-Patente verletzt. Dadurch entsteht die Situation, dass Software-Entwickler ihre eigene Leistung nicht nutzen k&ouml;nnen, da andere die gleiche Idee vorher patentiert haben. Die Enqu&ecirc;te-Kommission empfiehlt dem Bundestag daher</span></p>
<ol start="34">
<li>die Situation aufmerksam zu beobachten und zu pr&uuml;fen, ob gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht, um die Entwicklung Freier Software nicht zu behindern.&nbsp;</li>
</ol>
<ul>
</ul>
<p><span>Des weiteren verweisen wir auf die Handlungsempfehlungen bzgl. Software-Patente in der Projektgruppe Wirtschaft, Arbeit, Green-IT, Kapitel 4.1.12.</span><br /><br /><span>Die Entwicklung des Marktes von IP-TV Entwicklungen schreitet voran. &Auml;hnlich dem Videotext k&ouml;nnen dabei zus&auml;tzliche Informationen des Programmanbieters angezeigt werden, die &uuml;ber das Fernsehsignal oder &uuml;ber eine Internetverbindung bezogen werden k&ouml;nnen. Hierbei ist es wichtig, dass Fernseher mit einem neutralen, neutralen Zugang ausgestattet sind, der auf einem offenen Standard wie HbbTV basiert, sodass der Zuschauer alle bestehenden Angebote nutzen kann und nicht nur solche, die &uuml;ber propriet&auml;re Apps zug&auml;nglich sind. Die Enquete-Kommission empfiehlt dem Deutschen Bundestag&nbsp;</span></p>
<ol start="35">
<li>zun&auml;chst die Schaffung von allgemeinen Standards durch Marktteilnehmer (Anbieter, Nutzer und Netzwerkbetreiber) abzuwarten. Erst bei einem Fehlgehen dieser Bem&uuml;hungen kommt eine freiwillige Vereinbarung der Marktteilnehmer unter Beteiligung der Netzagentur in Betracht. Nur als letzten Schrittsollte ein regulierendes Einschreiten durch den Gesetzgeber erfolgen.&nbsp;</li>
<li>Die Enquete-Kommission bittet die Bundesregierung zu pr&uuml;fen, welche positiven und welche negativen Auswirkungen der Wegfall der Verg&uuml;tungspflicht in &sect; 49 Abs. 2 TKG&nbsp; (Telekommunikationsgesetz, &sect; 49 Interoperabilit&auml;t der &Uuml;bertragung digitaler Fernsehsignale, Abs. 2. Rechteinhaber von Anwendungs-Programmierschnittstellen sind verpflichtet, Herstellern digitaler Fernsehempfangsger&auml;te sowie Dritten, die ein berechtigtes Interesse geltend machen, auf angemessene, chancengleiche und nichtdiskriminierende Weise und gegen angemessene Verg&uuml;tung alle Informationen zur Verf&uuml;gung zu stellen, die es erm&ouml;glichen, s&auml;mtliche durch die Anwendungs-Programmierschnittstellen unterst&uuml;tzten Dienste voll funktionsf&auml;hig anzubieten. Es gelten die Kriterien der &sect;&sect; 28 und 42.) zur Folge haben k&ouml;nnte.</li>
</ol>
</blockquote>

<p>Weil die Zeit knapp war, sind einige Formulierungen leider nicht optimal. Gedacht war, dass jedes Mitglied der Enquête jede einzelne Empfehlung zustimmen oder ablehnen kann, da sie nicht aus einem großen Brocken Fließtext bestehen. Montag werden wir sehen wie es ausgeht.</p>

<p>&nbsp;</p>]]>
    </content>
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    <title>Gestatten, Alvo!</title>
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    <published>2012-11-07T19:47:52Z</published>
    <updated>2012-11-08T15:50:09Z</updated>

    <summary>Eigentlich keine neue Erkenntnis, aber man kann es nicht oft genug wiederholen: Ebenso wie Artikel in der Wikipedia muss man journalistische Recherchewerke immer hinterfragen. Aktuelles Beispiel: die taz hat mich mal eben in „Alvo Freude“ umbenannt und zum Sprecher von...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://blog.odem.org/">
        <![CDATA[<p>Eigentlich keine neue Erkenntnis, aber man kann es nicht oft genug wiederholen: Ebenso wie Artikel in der Wikipedia muss man journalistische Recherchewerke immer hinterfragen. Aktuelles Beispiel: die taz hat mich mal eben in <a class="ext" href="http://taz.de/Zensur-zu-Sandy-Eintrag-bei-Wikipedia/!105077/">„Alvo Freude“ umbenannt und zum Sprecher von netzpolitik.org gemacht</a>. Ups!</p>
<p><em>[<strong>Update</strong> 8. November: In der Zwischenzeit ist das in der taz korrigiert.]</em></p>
<p>Gestern rief mich ein taz-Journalist an und fragte, ob ich ihm jemanden nennen könnte, der ihm ein paar Fragen zur Wikipedia beantworten könne. Natürlich fallen mir da Leute ein, aber da ich gerade in einer Besprechung war, schlug ich vor, ihn später zurückzurufen. Wir einigten uns, dass er mir die Sache nochmals per Mail schickt und wir dann weiterschauen.</p>
<p>Aus seiner Mail an presse_(ät)_ak-zensur.de hörte ich dann heraus, dass es vermutlich um das gerne geschriebene „die Wikipedia ist unzuverlässig und man kann ihr nicht glauben“ gehen sollte, und nannte ihm Tim Bartel und Torsten Kleinz als Wikipedia-Experten und antwortete dann auch noch schnell auf seine Fragen (drei Tippfehler hier korrigiert):</p>
<blockquote>
<p>… noch ein paar kleine Anmerkungen aus meinem Blickwinkel:</p>
<blockquote>
<p><em>Vor dem Hintergrund, dass es wissenschaftlich umstritten ist, welchen&nbsp;Einfluss der Klimawandel tatsächlich hat, habe ich nun folgende Fragen:</em></p>
<p><em>&nbsp;*- Ist Kennvido nur ein neurotischer Dogmatiker oder ist sein Ansatz&nbsp;gerechtfertigt?</em></p>
</blockquote>
<p>Da sich die Wikipedia um eine neutrale Darstellung bemüht, ist jeglicher&nbsp;Ansatz, alles was dem eigenen Denken widerspricht zu löschen, natürlich&nbsp;nicht gerechtfertigt!</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><em>- Inwiefern hat hier die Klimalobby oder die „Schwarmintelligenz“ gesiegt?</em></blockquote>
<p>So wie ich das aus dem Text verstanden habe hat eher ein einzelner<br />Trottel mit zu viel Zeit einen Etappensieg erzielt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><em>- Inwiefern verdeutlicht dieser Fall Engpässe bei der kollektiven&nbsp;„Wahrheitsfindung“ auf Wikipedia?</em></blockquote>
<p>Das lässt sich ohne exakte Kenntnis dieses Falles nur schwer sagen, zum&nbsp;Beispiel ist die Frage, welche gesichteten Versionen freigeschaltet&nbsp;waren, für mich noch offen.</p>
<p>Zum anderen kann man durchaus umgekehrt die Frage stellen: zu welchen&nbsp;Ergebnissen kamen denn die US-Journalisten der verschiedenen Medien, die für sich in Anspruch nehmen, als Profis der Wahrheit und nur der&nbsp;Wahrheit verpflichtet zu sein. (Manche Journalisten glauben ja allen&nbsp;ernstes, dass nur ausgebildete Journalisten die Wahrheit berichten und&nbsp;professionell recherchieren können.)</p>
<p>Oder anders gesagt: diese Sache taugt m.E. nicht dazu, die Wikipedia als&nbsp;manipulationsanfälliges Laien-Machwerk darzustellen. Eher taugt dies&nbsp;dazu, weit verbreitete Ansichten in der US-Gesellschaft aufzuzeigen.</p>
<p>Denn ich bin mir sicher -- ohne es überprüft zu haben -- dass auch&nbsp;einige "seriöse" US-Medien einen Zusammenhang mit dem Klimawandel&nbsp;verneinen bzw. nicht darüber berichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><em>- Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus diesem Fall ziehen?</em></blockquote>
<p>In der Wikipedia gibt es immer wieder Tendenzen, dass einige sehr aktive&nbsp;Nutzer andere dominieren. Daher sollte die Wikipedia darauf hinarbeiten,&nbsp;dass insbesondere bei kontroversen Themen erfahrene und kompetente&nbsp;Nutzer (oder Administratoren) die Texte verstärkt gegenlesen.</p>
<p>Abgesehen davon: Vor allem Einsteigern fällt es schwer, die seit Jahren&nbsp;dort eingespielten Verfahren zu durchschauen. Die Administratoren der&nbsp;Wikipedia sind es gewohnt, dass viele Selbstdarsteller Artikel über&nbsp;sich, ihre Firma oder vergleichbares schreiben wollen und handhaben dies&nbsp;routiniert. Hin und wieder schaffen sie es daher aber nicht zu erkennen,&nbsp;wenn es sich nicht um vergleichbares handelt, sondern nur ein Anfänger&nbsp;sich etwas ungeschickt anstellt oder sich einige lautstarke und&nbsp;geschickte Leute zusammentun.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Grüße</p>
<p>&nbsp; Alvar Freude, <a href="http://alvar.a-blast.org/">http://alvar.a-blast.org/</a></p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das zeigt uns mal wieder: man sollte generell alles hinterfragen. Alles. Schreibweisen von komischen Namen, Funktionen in Organisationen, Texte in der Wikipedia und Zitate in der Presse. Macht allerdings viel Arbeit, und so viel Zeit hat kaum einer. Von daher werden wir uns in Zukunft wohl doch damit behelfen müssen, dass Journalisten und Wikipedia-Autoren möglichst korrekt, neutral, unverfälscht und umfassend schreiben ...</p>]]>
        
    </content>
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    <title>Die Scoring-Falle</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://blog.odem.org/2012/06/scoring-falle.html" />
    <id>tag:blog.odem.org,2012://11.1006</id>

    <published>2012-06-08T12:59:36Z</published>
    <updated>2012-06-08T15:16:12Z</updated>

    <summary>Erlebnisbericht eines Scoring-Vorgangs bei der Beantragung einer Kreditkarte Bei der aktuellen Diskussion um die Schufa-Facebook-Versuche wurde gelegentlich auch behauptet, dass dies alles nicht so schlimm sei, sowieso nur derjenige Probleme bekomme, der seine Rechnungen nicht bezahlt und so weiter. Dies...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    </author>
    
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://blog.odem.org/">
        <![CDATA[<h3>Erlebnisbericht eines Scoring-Vorgangs bei der Beantragung einer Kreditkarte</h3>
<p>Bei der aktuellen Diskussion um die <a class="ext" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bericht-Schufa-will-Daten-in-sozialen-Netzwerken-nutzen-1612450.html">Schufa-Facebook-Versuche</a> wurde gelegentlich auch behauptet, dass dies alles nicht so schlimm sei, sowieso nur derjenige Probleme bekomme, der seine Rechnungen nicht bezahlt und so weiter.</p>
<p>Dies stimmt nicht, wie ich an einem Beispiel erläutern kann, das mich selbst betrifft: Ich habe zusammen mit meiner BahnCard eine BahnCard-Kreditkarte beantragt, und die wurde abgelehnt.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Ich bin derzeit beruflich viel unterwegs. <a href="http://denic.de/">Der Kunde</a> sitzt in Frankfurt, ich wohne in Stuttgart, und gelegentlich fahre ich auch mal nach Berlin oder sonstwo. Daher habe ich mir eine BahnCard 100 geholt. Eine praktische Sache, zumal man damit in den meisten größeren Städten Deutschlands auch im Nahverkehr fahren kann – keine Ticket-Sorgen mehr!</p>
<p>Und da gibt es noch das Angebot, eine Bahncard-Kreditkarte zu erhalten. Prima, dachte ich mir, schließlich könnte ich hin und wieder auch eine geschäftliche Kreditkarte gebrauchen, das macht die Abrechnung einfacher.</p>
<p>Aber: die Commerzbank, die die Karten ausgibt, hat meinen Antrag abgelehnt. Begründung: zu hohes Risiko. Da frage ich mich durchaus, wie die auf die Schnapsidee kommen, dass ich mir zwar eine Bahncard 100 leisten kann, aber nicht in der Lage sei, eventuelle mit der Kreditkarte getätigte Einkäufe zu bezahlen. Zumal ich die Variante mit direkter Abbuchung vom Konto gewählt habe.</p>
<p>Also habe ich nach&nbsp;§§ 6a, 34 BDSG um Auskunft nach den Scoring-Daten gefragt. Vielleicht ist ja etwas grob falsch oder ein anderer Fehler passiert.</p>
<p><a onclick="window.open('http://blog.odem.org/assets_c/2012/06/schufa-score-1819.html','popup','width=828,height=383,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false" href="http://blog.odem.org/assets_c/2012/06/schufa-score-1819.html"><img class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" src="http://blog.odem.org/assets_c/2012/06/schufa-score-thumb-200x92-1819.png" alt="schufa-score.png" width="200" height="92" /></a>Nunja, bis auf dass die Schufa glaubt, ich sei in den letzten zehn Jahren zwei mal umgezogen (war aber nur ein mal) scheint mir das offensichtliche und verständliche korrekt: keine Negativeinträge, keine Einträge bei Infoscore. Anders als die Commerzbank gesetzlich verpflichtet ist und anders als von mir beantragt haben sie allerdings zu den einzelnen Schufa-Kriterien <strong>nicht</strong>&nbsp;<em>„das Zustandekommen und die Bedeutung der Wahrscheinlichkeitswerte einzelfallbezogen und nachvollziehbar in allgemein verständlicher Form“</em>&nbsp;erklärt. Kennt jemand die entsprechende Bedeutung? (siehe Bild oben rechts, Großansicht ist verlinkt)</p>
<p><a onclick="window.open('http://blog.odem.org/assets_c/2012/06/scoring-zusammenfassung-1822.html','popup','width=888,height=233,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false" href="http://blog.odem.org/assets_c/2012/06/scoring-zusammenfassung-1822.html"><img class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" src="http://blog.odem.org/assets_c/2012/06/scoring-zusammenfassung-thumb-200x52-1822.png" alt="scoring-zusammenfassung.png" width="200" height="52" /></a>Insgesamt komme ich auf ein „Kundenrating“ von V, was „hohes Risiko“ bedeutet und nur noch von VI, „sehr hohes Risiko“ übertroffen wird. Und das ohne Negativeinträge, nur anhand von Anzahl der laufenden Kredite (keine), Anzahl der Konten (Privat und geschäftlich, da kommen eben drei Banken zusammen), Kreditkarten, Alter, Beruf. Aha, Beruf! Ich bin Selbständig. Vermutlich gilt man als selbständiger, verheirateter Bahncard-100-Besitzer gleich als Risikogruppe. Ich habe nie irgendwelche Kredite nicht bezahlt, die Konten sind nicht überzogen, … aber die Commerzbank hält mich für ein „hohes Risiko“.</p>
<p>Das nennt man dann Scoring.</p>]]>
    </content>
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    <title>Schadet das Internet den Urhebern?</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://blog.odem.org/2012/05/statistik-tricks.html" />
    <id>tag:blog.odem.org,2012://11.998</id>

    <published>2012-05-31T06:42:01Z</published>
    <updated>2012-05-31T17:54:30Z</updated>

    <summary>Oder: glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Die wohl größte Angst von Urhebern aller Art vor dem Internet ist, dass sie aufgrund von Tauschbörsen, Privatkopie und massenhaft vorhandenen Inhlten nichts mehr verdienen können. Aber: ist diese Angst...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://blog.odem.org/">
        <![CDATA[<h3>Oder: glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.</h3>
<p>Die wohl größte Angst von Urhebern aller Art vor dem Internet ist, dass sie aufgrund von Tauschbörsen, Privatkopie und massenhaft vorhandenen Inhlten nichts mehr verdienen können.</p>
<p>Aber: ist diese Angst berechtigt? Ich weiß es nicht wirklich, niemand weiß es wirklich, daher kursieren immer wieder die&nbsp;<a class="ext" href="http://blog.wiwo.de/ungedruckt/2012/05/30/die-laden-werden-sterben-zehn-steile-thesen-zur-zukunft-des-buches/">verrücktesten Vermutungen</a>. Es gibt aber Zahlen der Umsatzentwicklung der letzten Jahre. In der <a class="ext" href="http://www.bundestag.de/internetenquete/">Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft</a> hat die Mehrheit einige Zahlen ausgewählt, die dargestellt werden: Umsatzentwicklung im Bereich Musik, Musikdownloads aus Tauschbörsen etc. und wie viele Personen denn in diesen Musik herunter geladen haben.</p>
<p>Diese Zahlen sind aber nur ein kleiner Teil der Wahrheit:</p>]]>
        <![CDATA[<p>Denn es gibt auch Zahlen über die Umsatzzahlen im Filmmarkt, die Absatzzahlen der Musikindustrie in Stück und die Aufteilung auf verschiedene Datenträger. Und siehe da: diese Zahlen sehen ganz anders aus. Daher habe ich ein Sondervotum eingereicht, das diese Zahlen auch aufführt, da ich denke, dass man die Wahrheit möglichst breit und nicht selektiv darstellen sollte.</p>
<p>Im <a class="ext" href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Urheberrecht/11-11-23_PGUR_Zwischenbericht_Urheberrecht.pdf">Zwischenbericht Urheberrecht</a>&nbsp;(PDF) finden sich die von der Mehrheit der Kommission gewünschten Zahlen auf Seite 58ff. Mein Sondervotum mit ergänzenden Zahlen auf Seite 87ff.</p>
<p>Die Grafiken dazu hier noch in Farbe, mit ein paar Erläuterungen, für eine Großansicht lassen sie sich anklicken.</p>
<p><a onclick="window.open('http://blog.odem.org/assets_c/2012/05/Musik-Film-1735.html','popup','width=952,height=414,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false" href="http://blog.odem.org/assets_c/2012/05/Musik-Film-1735.html"><img class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" src="http://blog.odem.org/assets_c/2012/05/Musik-Film-thumb-500x217-1735.png" alt="Musik-Film.png" width="500" height="217" /></a>Hier sieht man, dass der Kino-Umsatz schwankend auf ähnlichem Niveau bleibt, aber der Video-Markt anfang des vergangenen Jahrzehnts sehr stark gestiegen ist und seitdem auf hohem Niveau verbleibt. Im gleichen Zeitraum ist der Absatz (und Umsatz) der Musikindustrie gesunken. Man könnte also sagen: Es hat vor allem eine Verschiebung stattgefunden.</p>
<p><a onclick="window.open('http://blog.odem.org/assets_c/2012/05/Musik-nach-Art-1738.html','popup','width=837,height=471,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false" href="http://blog.odem.org/assets_c/2012/05/Musik-nach-Art-1738.html"><img class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" src="http://blog.odem.org/assets_c/2012/05/Musik-nach-Art-thumb-500x281-1738.png" alt="Musik-nach-Art.png" width="500" height="281" /></a>Auch innerhalb der Musikbranche ist eine breite Verschiebung zu beobachten: Der Verkauf von CD-Singles ist sehr stark zurückgegangen, dafür der Online-Verkauf gestiegen. Und online werden vor allem einzelne Lieder gekauft, weniger ganze Alben („Bundles“) – das war bei der CD und Schallplatte noch anders.</p>
<p><a onclick="window.open('http://blog.odem.org/assets_c/2012/05/Video-Vergleich-1741.html','popup','width=1066,height=355,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false" href="http://blog.odem.org/assets_c/2012/05/Video-Vergleich-1741.html"><img class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" src="http://blog.odem.org/assets_c/2012/05/Video-Vergleich-thumb-500x166-1741.png" alt="Video-Vergleich.png" width="500" height="166" /></a>Im Video-Bereich spielen VHS-Kassetten seit sieben Jahren keine Rolle mehr, DVDs und Blu-Ray konnten das beim Verleih nicht ganz auffangen – dafür stieg zwischen 2000 und 2004 der Verkauf dramatisch an.</p>
<p>Alle zusammen mit genauen Zahlen im PDF:&nbsp;<a href="http://blog.odem.org/2012/05/30/Umsatzzahlen-Farbe.pdf">Umsatzzahlen-Farbe.pdf</a>&nbsp;oder im Zwischenbericht der <a class="ext" href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Urheberrecht/11-11-23_PGUR_Zwischenbericht_Urheberrecht.pdf">Projektgruppe Urheberrecht</a>&nbsp;(Mehrheitsvotum ab Seite 58, Sondervotum ab Seite 87).</p>
<p>Man sieht also: je nach Auswahl des Zahlenmaterials kann man eine unterschiedliche Wirkung erziehlen. <strong>Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!</strong> Dabei unterstelle ich den Kollegen in der Enquête keineswegs, Zahlen verfälscht zu haben (ich war zu der Zeit nicht in der Projektgruppe, da ich mit den anderen dreien genug zu tun hatte; und es ist auch immer eine Frage der Mehrheitsverhältnisse, was aufgenommen wird). Es liegt wohl eher daran, dass bei der Auswahl der Zahlen nur eine Quelle zur Verfügung stand, die von irgendwem entsprechend ausgewählt wurde …</p>
<p>Weitere Zahlen gibt es bei <a class="ext" href="http://www.mediendaten.de/">Mediendaten Südwest</a>.</p>
<p><strong>Also, schadet das Internet den Urhebern?</strong> Das kann man aus den Zahlen nicht wirklich als generelles Mantra herauslesen. Klar ist allerdings, dass es für diejenigen, die nicht rechtzeitig tragfähige und kundenfreundliche Geschäftsmodelle entwickelt haben schwer wurde: für die Musikindustrie.</p>]]>
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